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Noch mehr Tipps : 2009 noch Steuern sparen

Wer den Steuerspielraum richtig ausnutzt, kann 2009 noch richtig Geld sparen Bild: ddp

Wer dieses Jahr noch Ausgaben produziert oder Einnahmen ins nächste Jahr verschiebt, reduziert seine Steuerlast. Das sollten Steuerzahler nutzen und bis zum Jahreswechsel entsprechend disponieren. Hier noch weitere Tipps.

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          Wer dieses Jahr noch Ausgaben produziert oder Einnahmen ins nächste Jahr verschiebt, reduziert seine Steuerlast. Hier sind noch weitere Tipps, um Steuern zu sparen.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Vermögen noch auf Kinder übertragen

          Um keine Abgeltungsteuer zu zahlen, kann es sich lohnen, Vermögen noch vor dem Jahresende auf Kinder zu übertragen. Ein Kind ohne sonstige Einkünfte zahlt im Jahr auf die ersten 8671 Euro keine Steuern. Dieser Betrag setzt sich aus dem Grundfreibetrag von 7834 Euro, dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro und dem Sonderausgabenpauschbetrag in Höhe von 36 Euro zusammen. Allerdings könne eine unüberlegte Vermögensübertragung gefährliche Nebenwirkungen auslösen, warnt der Bund der Steuerzahler. So kann das Kind zum Beispiel den Anspruch auf Kindergeld verlieren, wenn seine Einnahmen 7680 Euro im Jahr übersteigen. Unter Umständen drohen dann auch eigene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Darüber hinaus ist es nahezu ausgeschlossen, den Transfer später wieder rückgängig zu machen.

          Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen

          Steuerzahler mit einem Jahreseinkommen (Einnahmen abzüglich Werbungskosten/Betriebsausgaben) von weniger als 7834 Euro zahlen keine Einkommensteuer. Diese Steuerzahler können sich auch von der Abgeltungsteuer befreien lassen, indem sie eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen. Wird diese Bescheinigung bei der Bank oder Sparkasse vorgelegt, so werden die Kapitalerträge ohne Steuerabzug gutgeschrieben. Die Nichtveranlagungsbescheinigung ist vor allem bei Geringverdienern, Schülern, Studenten und Rentnern vorteilhaft, welche geringe Arbeits- oder Renteneinkommen haben, jedoch ein hohes Kapitalvermögen besitzen. Mit der Nichtveranlagungsbescheinigung bleiben dann sogar Erträge über dem Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Alte Nichtveranlagungsbescheinigungen behalten auch nach dem 1. Januar 2009 ihre Gültigkeit. Darüber hinaus können auch nach der Einführung der Abgeltungsteuer neue Nichtveranlagungsbescheinigungen beantragt werden.

          Bankentschädigungen abgeltungsteuerpflichtig

          Aufgrund von Beratungsfehlern im Zusammenhang mit der Wertpapieranlage müssen die entsprechenden Kreditinstitute mitunter Entschädigungszahlungen an die Anleger leisten. Das haben zum Beispiel eingen Banken im Falle der fast wertlos gewordenen Lehman-Zertifikate getan. Relativ unbekannt ist aber, dass diese Entschädigungszahlungen abgeltungsteuerpflichtig sind. Anleger sollten bei den Verhandlungen mit dem Kreditinstitut bedenken, dass ihnen also weniger als drei Viertel der Entschädigungszahlung dann tatsächlich zur Verfügung steht.

          Betriebliche Altersvorsorge aufstocken

          Arbeitnehmer können für das Jahr 2009 insgesamt 2592 Euro steuer- und sozialabgabenfrei in einen betrieblichen Altersvorsorgevertrag einzahlen. Sie sollten vor Jahresende überprüfen, ob die zulässigen Höchstgrenzen auch ausgeschöpft wurden und eventuell bis zum Maximalbetrag mit einer Gehaltsumwandlung aufstocken. Arbeitnehmer haben einen gesetzlichen Anspruch darauf, Teile ihres Gehalts steuer- und sozialversicherungsfrei in eine betriebliche Altersvorsorge einzuzahlen.

          Zulage für Riesterrente beantragen

          Dass es für Riester-Sparer staatliche Zulagen gibt, ist den meisten Steuerzahlern bekannt. Vergessen wird jedoch vielfach, den entsprechenden Antrag beim jeweiligen Anbieter zu stellen, damit die Zulagen auch abgerufen und auf dem Riesterkonto gutgeschrieben werden können. Die Frist für das Sparjahr 2007 endet am 31. Dezember 2009. Danach entfällt der Anspruch auf die Zulagen. Bei einer vierköpfigen Familie mit einem Riester-Vertrag können so 504 Euro verloren gehen.

          Wichtig ist es auch, Veränderungen der persönlichen Verhältnisse dem Anbieter oder auf dem Zulagenantrag anzugeben. Hat die Familie beispielsweise Zuwachs bekommen und war die Geburt nach dem 31. Dezember 2007, gibt es 300 Euro Zulage extra. Auch Gehaltsänderungen sind relevant, da sich dann der mindestens zu sparende Betrag ändert, der notwendig ist, um die Zulage in voller Höhe zu bekommen. Den Zulagenantrag erhalten die Riester-Sparer von ihrem Anbieter. Darüber hinaus bestehtauch die Möglichkeit, den Anbieter zu bevollmächtigen, den Antrag für den Steuerzahler zu stellen. In diesem Fall braucht sich der Riester-Sparer nicht jedes Jahr gesondert um einen entsprechenden Antrag zu kümmern.

          Berufseinsteigerbonus sichern

          Die steuerliche Förderung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge wurde ausgeweitet. Für Steuerzahler, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhöht sich die Riester-Grundzulage einmalig um einen Betrag von 200 Euro (sogenannter Berufseinsteigerbonus), wenn sie einen entsprechenden Riester-Vertrag abschließen. Steuerzahler, die im Laufe dieses Jahres25 Jahre alt geworden sind, haben auch noch die Chance haben, von der erhöhten Grundzulage zu profitieren. Dazu müssen sie bis spätestens zum 31. Dezember 2009 einen Riester-Vertrag abschließen und Beiträge für das Jahr 2009 einzahlen. Ein gesonderter Antrag für die erhöhte Zulage ist nicht erforderlich.

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