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Auto-Kommentar : Brexit-Ballast

Ein No-Deal-Brexit wäre Gift für die Autoindustrie im britischen Königreich. Die Branche ist auf eine reibungslose Belieferung mit Bauteilen vom Kontinent angewiesen.

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          Es ist eine ungewöhnlich deutliche Warnung des amerikanischen Autoriesen Ford an die Regierung in London: „Katastrophale Folgen“ werde ein harter Brexit für die Zukunft der Fabriken in Großbritannien haben, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Ford ist einer von vielen Autoherstellern, die in den vergangenen Monaten auf die Standortrisiken hingewiesen haben, die der EU-Austritt schafft. Die Branche ist auf eine reibungslose Belieferung mit Bauteilen vom Kontinent angewiesen. Zugleich sind die europäischen Nachbarländer wichtige Absatzmärkte für die in Großbritannien montierten Fahrzeuge. Deshalb wäre ein No-Deal-Brexit – der schlimmstenfalls über Nacht zu Handelshürden am Ärmelkanal in Form von Zöllen, Kontrollen und anderen nichttarifären Hemmnissen führen würde – Gift für die Autoindustrie im Königreich.

          Diese beschäftigt dort direkt immerhin rund 190.000 Mitarbeiter. Im konkreten Fall von Ford kommt ein zweites Problem erschwerend hinzu: Die Amerikaner kämpfen in Europa ohnehin mit chronischen Verlusten und haben deshalb ein schmerzhaftes Sparprogramm angekündigt. Überall in Europa bangen deshalb Ford-Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Aber die britischen Werke schleppen in diesem konzerninternen Standortwettbewerb zusätzlichen Ballast durch den Brexit mit sich herum.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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