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Niederlande : Niedrige Sätze für Ältere

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Holland: 52 Prozent Steuern für höhere Einkommen Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Noch Ende der achtziger Jahre hatte der Spitzensatz bei der Einkommensteuer in den Niederlanden stolze 72 Prozent betragen. Dann packte die Mitte-links-Regierung den entscheidenden Umbau des Steuersystems an.

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          Noch Ende der achtziger Jahre hatte der Spitzensatz bei der Einkommensteuer in den Niederlanden stolze 72 Prozent betragen. Den entscheidenden Umbau des Steuersystems packte die Mitte-links-Regierung unter dem Sozialdemokraten Wim Kok im Jahr 2001 an.

          Damals wurde nicht nur der Spitzensatz von 60 auf 52 Prozent gesenkt, sondern auch ein neues, drei Einkommensarten berücksichtigendes System eingeführt. Auch die Vermögensteuer wurde damals abgeschafft. Für die klassischen Einkommen aus Arbeit und Wohnungsbesitz ist derzeit bis zu einer Obergrenze von jährlich 16.893 Euro ein Satz von 34,4 Prozent festgeschrieben; in der darüberliegenden Steuerklasse (bis 51.762 Euro Jahreseinkommen) werden 42 Prozent fällig. Für höhere Einkommen liegt der Steuersatz bei 52 Prozent.

          Reihe von Abzügen

          Nach wie vor ist eine Reihe von Abzügen vorgesehen. Dazu zählen neben einem pauschal abziehbaren Betrag von 1.894 Euro ("heffingskorting") insbesondere niedrige Sätze für ältere Arbeitnehmer (über 65 Jahre).

          Eine zweite Quelle der Einkommensteuer betrifft Erträge aus steuerlich relevanten Unternehmensbeteiligungen. Hierfür ist ein Satz von 25 Prozent festgelegt. Auf Erträge aus Kapitalanlagen gilt generell ein Satz von 30 Prozent. Allerdings werden in diesem Fall Steuern lediglich bei einem Vermögen von mindestens 19.522 Euro erhoben.

          Erbschaftsteuer in drei Kategorien

          Bei der Erbschaftsteuer wird je nach Verwandtschaftsgrad zwischen drei unterschiedlichen Kategorien unterschieden. Für hinterbliebene verheiratete (oder sonstige rechtlich eingetragene) Partner ist eine steuerliche Freigrenze von derzeit 503.273 Euro vorgesehen. Für höhere Erbschaftssummen gelten in diesen Fällen Sätze von fünf bis 27 Prozent (bei einem zu versteuernden Betrag von mehr als 860.095 Euro).

          Auch Kinder und andere Nachkommen müssen einen entsprechenden Satz der Steuerklasse I entrichten; allerdings ist der Freibetrag mit 8.602 Euro deutlich niedriger. In den Steuerklassen II (andere direkte Verwandte) reichen die Sätze mit 53 Prozent, bei übrigen Begünstigten (Steuerklasse III) sogar bis 68 Prozent.

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