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Neuwagen-Absatz bricht ein : „Der schwächste September mindestens seit der Jahrtausendwende“

  • Aktualisiert am

Die Autozulassungen im September sind gegenüber dem Vorjahresmonat eingebrochen. Grund dafür: Die neue Abgas-Richtlinie WLTP. Vor allem VW hat mit der Umstellung zu kämpfen. Bild: dpa

In Deutschland wurden im September 30 Prozent weniger Autos zugelassen als im vergangenen Jahr. Dabei handelt es sich aber um einen Sondereffekt wegen des neuen Abgas-Prüfverfahrens. Die Jahresbilanz sieht besser aus.

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          Der Auto-Absatz in Deutschland ist im September eingebrochen. Im abgelaufenen Monat wurden 200.134 Personenwagen neu zugelassen und damit fast ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Dienstag in Flensburg mitteilte. Hintergrund ist ein Absatzboom in den vorangegangenen Monaten – ausgelöst von der Umstellung der Abgastests auf neue Prüfstandards.

          Der neu eingeführte, europaweite Standard WLTP („Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure„) ist ein Messverfahren, das für realistischere Testergebnisse bei den Schadstoffemissionen und beim Verbrauch sorgen soll. Das Testverfahren wurde zum 1. September in Deutschland eingeführt.

          Autobauer kämpfen mit Prüfverfahren

          Einige Kernmarken des VW-Konzerns und auch BMW haben mit dem Prüfverfahren zu kämpfen: Etliche Getriebe-Motor-Kombinationen müssen neu zugelassen werden. Vor allem Hersteller aus dem VW-Konzern hatten daher Autos ohne WLTP-Zertifizierung mit Rabatten in den Markt gedrückt oder die Wagen auf sich oder die Händler zugelassen. BMW musste unter anderem wegen der Umstellung die Jahresprognose nach unten korrigieren.

          Weil sich bei VW aber immer noch Autos anstauten, die die neuen Abgastests noch nicht durchlaufen und damit auch noch nicht zugelassen waren, musste der Konzern einige seiner Autos zwischenparken. Dafür mietete das Unternehmen unter anderem Flächen auf dem noch nicht eröffneten Flughafen BER in Berlin, wie FAZ.NET berichtete.

          VW-Marken besonders betroffen

          „Mit gut 200.000 neu zugelassenen Pkw war der vergangene Monat der schwächste September mindestens seit der Jahrtausendwende“, resümierte die Unternehmensberatung EY. Allerdings steht bei den Neuzulassungen für die ersten neun Monate immer noch ein Plus von 2,4 Prozent auf knapp 2,7 Millionen Neuwagen zu Buche.

          Besonders heftig ging der Absatz im September bei den Marken des VW-Konzerns zurück. Die Tochter Audi verbuchte im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Einbruch der Neuzulassungen um mehr als drei Viertel. Bei der Marke Volkswagen betrug das Minus knapp 62 Prozent. Bei der Daimler-Hauptmarke Mercedes-Benz sank der Absatz um ein Fünftel, bei BMW nur um gut 1 Prozent.

          Dadurch verschoben sich auch die Marktanteile: BMW kam im September mit gut 24.500 Autos auf einen Anteil von 12 Prozent, Mercedes auf 11 Prozent und verdrängten damit die Marke VW, die nur auf 10 Prozent kam. Sogar die PSA-Tochter Opel lag knapp vor VW.

          Pkw-Markt soll weiter wachsen

          Angesichts der drohenden Fahrverbote in deutschen Städten und möglichen Umrüstungen traf der Rückgang Fahrzeuge mit Dieselmotor besonders deutlich. Im Vergleich zu September 2017 sackte der Absatz der Diesel-Autos laut Angaben des Importeurverbandes VDIK um 44 Prozent ab. Auch in den ersten neun Monaten ging der Diesel-Absatz um 19 Prozent zurück.

          Dass die Hersteller viele Neuwagen auf sich oder auf Händler zugelassen haben, könnte den Automarkt in den kommenden Monaten weiter beeinflussen. „Diese auf den Höfen der Händler stehenden Eigenzulassungen kommen nun als junge Gebrauchte billig auf den Markt und drücken den Absatz von Neuwagen“, sagte EY-Experte Peter Fuß. Auch bei den Umtauschprämien für alte Dieselautos zeigte er sich skeptisch, ob diese die Nachfrage deutlich beeinflussen können. „Die Rabattschlacht geht weiter“, schätzt er. Die Margen der Autohersteller gerieten voraussichtlich weiter unter Druck.

          Der VDIK zweifelt indes nicht daran, dass der Pkw-Markt in diesem Jahr weiter wächst. „Wir gehen davon aus, dass sich die Situation nun allmählich wieder normalisiert und wir am Jahresende mit einem Plus abschließen“, sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel.

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