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Neues Wahlgesetz in Georgia : Coca Cola gegen Republikaner

Demonstranten vor dem Museum „World of Coca Cola“ in Atlanta Bild: AP

Die Republikaner sagen, dass sie die „Integrität von Wahlen“ sicherstellen wollen. Viele Konzernchefs sind wütend und meinen: Das neue Wahlgesetz würde Schwarzen das Wählen erschweren. Doch die Republikaner schießen zurück.

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          Ed Bastian hielt sich nicht zurück: „Die ganze Grundlage dieses Gesetzes ist eine Lüge.“ Der Vorstandsvorsitzende der amerikanischen Fluggesellschaft Delta Air Lines sprach über ein gerade im Bundesstaat Georgia verabschiedetes Wahlgesetz, und mit dem Wort „Lüge“ meinte er die Behauptung des früheren Präsidenten Donald Trump und anderer Politiker der Republikanischen Partei, bei den jüngsten Wahlen im November habe es Betrug in großem Stil gegeben. „Das ist einfach nicht wahr,“ schimpfte Bastian. Aber es werde nun als „Ausrede“ genutzt, um Gesetze verabschieden, die Wahlrechte einschränkten, wie nun eben in Georgia. Gerade Schwarzen werde damit das Wählen erschwert. Das Gesetz sei „inakzeptabel“ und nicht mit Deltas Werten vereinbar.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Delta ist nur eines von vielen Unternehmen, die das Gesetz in den vergangenen Tagen kritisiert haben. James Quincey, der Vorstandschef des wie Delta in Georgia beheimateten Getränkekonzerns Coca-Cola, zeigte sich „enttäuscht“ und sagte, die Wahlreform sei „ein Schritt rückwärts“. Es ist das jüngste Beispiel dafür, wie sich prominente Vertreter der amerikanischen Wirtschaft in den politischen Diskurs einmischen. Im vergangenen Jahr veranlasste der gewaltsame Tod des Afro-Amerikaners George Floyd etliche Unternehmen, sich zu Wort zu melden, zum Beispiel in Form von Solidaritätsbekundungen für „Black Lives Matter“, die Protestbewegung gegen Rassendiskriminierung.

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