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Neuer Vorschlag aus Athen : Griechen wollen Schulden gegen Bankaktien tauschen

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Nach F.A.Z.-Informationen macht die griechische Regierung einen neuen Vorschlag, um die Schuldenlast zu verringern: Kredite zur Sicherung des Bankensystems will Athen gegen Staatsanteile an den Finanzinstituten eintauschen. Die ersten Reaktionen aus Berlin sind eindeutig.

          Unbemerkt von der Öffentlichkeit versucht die neue Regierung Athens noch einen weiteren Vorstoß, um die Schulden Griechenlands auf Kosten der Steuerzahler in den anderen Euroländern nochmals zu kappen. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schlägt sie einen Tausch vor: Die Kredite, die zur Stabilisierung des griechischen Bankensystems aufgenommen wurden, sollten gegen die Anteile des griechischen Staates an den Banken getauscht werden.

          Die Forderungen des EFSF-Fonds aus der Bankenrettung betragen rund 30 Milliarden Euro, hinzu kommen 10,9 Milliarden Euro für weitere Rekapitalisierungen. Auch diese Mittel will die Regierung Tsipras in das Tauschgeschäft einbeziehen. Im Gegenzug soll der EFSF Anteile an den griechischen Banken erhalten, die allerdings nach Schätzungen aus Berliner Regierungskreisen nur 8 Milliarden Euro wert sein sollen. „41 gegen 8 Milliarden Euro, das wäre kein gutes Geschäft“, hieß es in Berlin.

          Bei seiner Reise in mehrere europäische Hauptstädte fand der griechische Finanzminister bisher noch keine offene Unterstützung für seine Pläne einer Umstrukturierung der griechischen Schulden. Zuspruch kam bisher nur vom amerikanischen Präsidenten Barack Obama: „Man kann nicht Länder ausquetschen, die inmitten einer Depression stecken“.

          In Berliner Regierungskreisen hieß es zu den Vorschlägen von Varoufakis, Griechenland spreche zwar nicht mehr von einem Schuldenschnitt. Was die Regierung in Athen vorschlage, laufe aber genau darauf hinaus.  Eine ewige Anleihe sei aus Gläubigersicht grundsätzlich nicht attraktiv.

          Am Donnerstag will sich Varoufakis mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) treffen. Ein Austausch der Argumente sei dringend geboten, hieß es in Berlin. Über vieles könne man nicht nur politisch diskutieren, sondern müsse auch die rechtlichen Zwänge beachten. Wenn man das laufende Programm nicht abschließe, könne der Bundestag keinen neuen Hilfen zustimmen, hieß es in Regierungskreisen.

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