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Billigflug-Plattform : Dieser Mann soll Eurowings voranbringen

Der 53 Jahre alte Manager, der seit 2014 Vorstandsvorsitzender der Telefonica Deutschland AG und auch Präsident des Branchenverbandes Bitcom war, löst bei Eurowings den Lufthansa-Veteranen Karl Ulrich Garnadt ab. Bild: dpa

Thorsten Dirks soll als ausgewiesener Digitalexperte die frisch formierte Billigfluggesellschaft weiterentwickeln. Das größte Problem ist für den neuen Chef schwierig zu lösen.

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          Die Führungsfrage bei der Billigflug-Plattform Eurowings ist gelöst. Der langjährige Telekommanager Thorsten Dirks wird am 1. Mai 2017 neuer Chef der Fluggesellschaft und rückt in dieser Funktion in den Konzernvorstand der Deutschen Lufthansa auf, teilte das Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung am Mittwoch in Frankfurt mit.

          Ulrich Friese
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der 53 Jahre alte Manager, der seit 2014 Vorstandsvorsitzender der Telefonica Deutschland AG und auch Präsident des Branchenverbandes Bitcom war, löst bei Eurowings den Lufthansa-Veteranen Karl Ulrich Garnadt ab, der mit Erreichen der Altersgrenze von 60 Jahren den Konzern verlässt. Dirks soll als ausgewiesener Digitalexperte die frisch formierte Billigfluggesellschaft „in einer Phase starken Wachstums mit neuen Impulsen“ von außen weiterentwickeln. Dabei gehe es um neue Angebote für das Internet ebenso wie digitalisierte Dienstleistungen, die das Reiseerlebnis für die Passagiere attraktiver machen sollen“, teilte der Mutterkonzern weiter mit.

          Dirks gilt als versierter Fachmann für Mehrmarken-Konzepte, dessen Wissen bei Eurowings dringend gebraucht wird. In der neuen Tochtergesellschaft war ursprünglich der größte Teil des Europaverkehrs gebündelt, der abseits von der Lufthansa-Basen in Frankfurt und München bedient wird. Im Zuge einer internen Kurskorrektur soll Eurowings künftig von den beiden Flughafen-Drehkreuzen starten, um Konkurrenten wie Ryanair und Easyjet die Stirn zu bieten, heißt es.

          Im Gegensatz zur Lufthansa ist Eurowings kein homogen gewachsenes Unternehmen, sondern eine Marken-Plattform, an die gegenwärtig sechs verschiedene Fluggesellschaften „angedockt“ und von drei Hauptquartieren gesteuert werden. So gehören neben den Marken Eurowings und Germanwings auch der Ferienfluganbieter Sun Express sowie die Konzerngesellschaft Brussels Airlines zur aktuellen Palette. Um die Flotte wie geplant von 60 auf 180 Flugzeuge bis Ende 2017 zu steigern, sollen demnächst 35 Passagierjets samt Flugpersonal vom Rivalen Air Berlin geleast werden.

          Die größte Herausforderung für den neuen Chef ist das Kostenproblem. Die Personalkosten von Eurowings müssen um bis zu 40 Prozent unter dem Niveau der Muttergesellschaft liegen, lautete das ehrgeizige Ziel von Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Doch das wird nicht reichen, um mit den führenden Preisbrechern in Europa mitzuhalten, sagen Kenner des Konzerns. So ist der britische Billigfluganbieter Easyjet in der Lage, das Kostenniveau von Eurowings um 10 Prozent zu unterbieten. Aus Sicht von Spohr ist Dirks für diese Aufgabe gewappnet. Er habe in seinen bisherigen Funktionen bewiesen, dass er „wirtschaftlichen Erfolg mit eiserner Kostendisziplin“ erreichen kann.

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