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Neue Studie : Zuwanderung macht die Deutschen glücklicher

Bereicherung für die Einheimischen: „Dank der Zuwanderer kann man nicht nur beim Italiener essen gehen, sondern auch beim Türken und beim Inder“, sagt einer der Studienautoren. Bild: dpa

Zuwanderer konkurrieren mit den Einheimischen, zum Beispiel um Arbeitsplätze oder Wohnungen, so lautet ein gängiges Vorurteil. Stimmt nicht, beweist jetzt eine Studie, im Gegenteil: Wo viele Einwanderer wohnen, werden die Einheimischen zufriedener.

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          Zuwanderung macht nicht nur die Einwanderer glücklich. Auch den Deutschen, die schon im Land wohnen, geht es besser, wenn mehr Menschen einwandern, wie eine Studie des Bonner Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) ergeben hat. In einer aufwendigen Datenanalyse haben die Forscher festgestellt: Die Zuwanderer konkurrieren nicht im großen Stil mit den Deutschen um Stellen. Gleichzeitig werden die Einheimischen deutlich zufriedener mit ihrem Leben – vor allem mit ihrer Wohnsituation und mit der Freizeitgestaltung.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dafür sehen die Wissenschaftler zwei Gründe: Erstens arbeiten Zuwanderer häufig in schlecht bezahlten Dienstleistungsberufen. So erleichtern sie das Leben der anderen. „Man findet leichter eine Putzfrau“, sagt Mitautor Corrado Giulietti. Zweitens bringen die Zuwanderer ihre Kultur mit und bereichern so das neue Land. „Dank der Zuwanderer kann man nicht nur beim Italiener essen gehen, sondern auch beim Türken und beim Inder“, sagt Giulietti. „Diese Argumente sind naheliegend, aber es sind offenbar gute.“

          Bestehende Untersuchungen ausgeweitet

          Schon in den vergangenen Jahren waren mehrere Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass Zuwanderung keinen negativen Effekt auf den Arbeitsmarkt hat. Die Forscher Alpaslan Akay, Amelie Constant und Corrado Giulietti weiteten die Untersuchung nun auf das allgemeine Wohlbefinden aus.

          Dazu teilten sie Deutschland in 96 Regionen auf und untersuchten in jeder Region die Antworten auf die Frage: „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Leben?“ - eine Frage, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung jährlich 20.000 Deutschen für das so genannte „Sozio-Ökonomische Panel“ stellt.

          Dann verglichen die Forscher die Antworten aus den unterschiedlichen geografischen Gebieten. Mit verblüffend klarem Ergebnis: Typischerweise waren die Einwohner einer Region umso zufriedener, je mehr Zuwanderer in der Region lebten. Dabei untersuchten die Forscher auch, ob das Ergebnis durch andere Effekte zustande kommt – zum Beispiel dadurch, dass unglückliche Deutsche wegziehen oder die Einwanderer sich besonders angenehme Regionen zum Wohnen aussuchen. Das war allerdings nicht der Fall.

          Der Studie zufolge wird die Zufriedenheit der Deutschen umso größer, je besser die Einwanderer integriert sind – zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Doch nicht nur die Deutschen macht Einwanderung glücklich. Auch die Zuwanderer sind umso zufriedener, je mehr andere Zuwanderer in ihrer Nähe wohnen.

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