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Studie zu Autoklischees : Jeder Popel fährt ’nen Opel

Klischees von Automarken halten sich lang – für Opel nicht lang genug. In Rüsselsheim wünscht man sich vermutlich in die Zeit als Marktführer zurück. Bild: GM

Wackeldackel im Mercedes, drängelnde BMWs: Eine neue Studie hat die Fahrer-Klischees von Automarken untersucht. Mit der Realität stimmt das nicht immer überein.

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          Automarken haben Charakter. Das ist von den Herstellern so gewollt. Dieser Charakter überträgt sich auch auf die Fahrer der Autos. Einige Klischees halten sich dabei hartnäckig: Der Opa mit dem Wackeldackel im Mercedes, die sportliche Mini-Fahrerin, der breitbeinige BMW-Fahrer.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In einer neuen Studie von der Unternehmensberatung Progenium wurden diesen Klischees jetzt repräsentativ untersucht. Über 2000 Leute in Deutschland wurden befragt, welche Eigenschaften der typische Fahrer einer Automarke hat: männlich oder weiblich, jung oder alt, schlank oder dick, bescheiden oder arrogant, umweltbewusst oder nicht.

          Mini-Fahrer sind weiblich, jung, schlank und attraktiv

          Bei manchen Automarken ist die Strategie aufgegangen: Typische Mini-Fahrer sind weiblich, jung, schlank und attraktiv. Das Image von Mercedes-Fahrern ist dagegen weniger schmeichelhaft: Sie sind dick, alt, spießig und arrogant. Volkswagen werden von Durchschnittstypen gefahren. Wer einen Porsche oder einen Ferrari lenkt, wird für arrogant gehalten. Die Ergebnisse im Einzelnen:

          Attraktiv, sportlich, aber bei Einkommen und Beruf eher im Mittelfeld – das ist der typische Audi-Fahrer. Bilderstrecke
          Studie zu Autoklischees : Jeder Popel fährt nen Opel

          Dieses Image zu ändern, ist für die Marketingabteilungen der Autokonzerne schwere Arbeit, die häufig Jahrzehnte dauert. Der Wirtschaftspsychologe Rüdiger Hossiep von der Ruhr-Universität Bochum betont, dass dieses Image auf Fremdbildern basiert. Wenige würden sich selbst so charakterisieren. Einen Wandel des Images zu erreichen, sei aber schwierig: „Diese Fremdbilder sind sehr, sehr statisch und kaum zu verändern aufzubrechen. Es ist ein mühsamer, intensiver, langwieriger Prozess. Und sehr, sehr teuer.“

          Die Ergebnisse stimmen dabei nicht immer mit den tatsächlichen Fahrern überein und unterscheiden sich von Land zu Land. Die Studienautoren kommentieren beispielsweise: „In der Studie werden 76 Prozent der Fahrer als schlank eingeschätzt, während tatsächlich deutlich über 50 Prozent der Bevölkerung übergewichtig sind.“

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