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Neue Parteispitze, alte Ideen : Die neuen Konservativen

Abstimmung auf dem SPD-Parteitag am Wochenende vom 6. Dezember 2019 über den Aufbruch in „die neue Zeit“. Bild: Reuters

Angeblich sind die neuen SPD-Chefs Esken und Walter-Borjans links. Aber ihre Ideen und wirtschaftspolitischen Ansätze stehen eher in der Tradition von Bismarck und Adenauer.

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          Wenn Sozialdemokraten auf ihren Parteitagen ans Rednerpult treten, erzählen sie gern Geschichten vom sozialen Aufstieg. Das lässt sich derzeit im Berliner „City Cube“, wo die Genossen noch bis zum heutigen Sonntag beraten, gleich dutzendfach beobachten. Die neue Parteichefin Saskia Esken erzählte, wie sie es von der Paketbotin zur Softwareentwicklerin gebracht hat. Ihre Stellvertreterin Serpil Midyatli erzählte von der harten Arbeit im elterlichen Restaurant und einer eigenen Cateringfirma, bevor sie 2009 in die Berufspolitik aufstieg und zur Landtagsabgeordneten wurde. Nur Midyatlis ebenfalls neuer Vize-Kollege Kevin Kühnert, ein Beamtenkind, verzichtete auf einen solchen Einschub.

          Ralph Bollmann

          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Aufstieg durch Bildung, das gehört noch immer zu den großen Erzählungen der Sozialdemokratie, von den Arbeiterbildungsvereinen das Kaiserreichs bis zur Bildungsexpansion der sechziger und siebziger Jahre, an der sozialdemokratische Politiker maßgeblich beteiligt waren. Seit Gründung der Bundesrepublik ist der Anteil der inländischen Studienanfänger pro Jahrgang von fünf auf fünfzig Prozent gestiegen. Das bedeutet allerdings auch, dass heute auf SPD-Parteitagen die Akademiker weitgehend unter sich sind. Von sozial Benachteiligten wird zwar gerne gesprochen, heute wieder häufiger denn je, aber meist in der dritten Person.

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