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Fahrdienst-Apps : Warum sich Google und Uber gegenseitig Konkurrenz machen

  • -Aktualisiert am

Die Fahrdienst-App Uber funktioniert mit Google Maps. Möglich, dass die Firmen bald getrennte Wege gehen. Bild: dpa

Aus Partnern werden Konkurrenten: Google will eine eigene Fahrdienst-App auf den Markt bringen, Uber forscht an selbstfahrenden Autos. Das ist vor allem für Uber bedenklich.

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          Wenn zwei Internet-Unternehmen gleichzeitig in den Mobilitätsmarkt dringen, ist nur mit Nebelscheinwerfern zu erkennen, was hinter den Kulissen passiert: Nachdem Google erst über 260 Millionen Dollar in die umstrittene Fahrdienst-App Uber investiert hatte, arbeitet der Konzern nun an einem eigenen Angebot mit gleichen Funktionen.

          Nacheinander wurde Montagnacht von beiden Unternehmen bekannt, dass sie in den Geschäftsfeldern des jeweils anderen aktiv werden: Uber setzt Googles Prestigeprojekt des fahrerlosen Autos eigene Pläne entgegen, der Suchmaschinenriese arbeitet an einer eigenen Mitfahr-App, wie die Finanzagentur Bloomberg berichtet.

          Bedenkliche Gemengelage für Uber

          Diese Gemengelage ist für Uber weitaus bedenklicher als für Google. Obwohl Uber in einer Finanzierungsrunde gerade erst mehr als eine Milliarde Dollar einsammelte, hat der Suchmaschinenkonzern viel mehr Geld zur Verfügung. Zudem funktioniert die Uber-App mithilfe von Google Maps. Google könnte dementsprechend auswerten, an welchen Stellen häufig Wagen bestellt werden – wertvolles Wissen, sollte das Unternehmen selbst in den Markt einsteigen. Auch dürfte es für Uber relativ aufwendig sein, eine eigene Kartenfunktion zu entwickeln.

          Es war erwartbar, dass Google in dem lukrativen Mitfahr-Geschäft aktiver wird. Hierzu gab es auch erste vorsichtige Äußerungen von Google selbst. Der für selbstfahrende Autos verantwortliche Manager Chris Urmson hatte auf der Detroit Auto Show im Januar erklärt, man denke über einen Einsatz der Technologie bei gemeinsam genutzten Fahrzeugen nach: „Es würde so aussehen, dass man das Fahrzeug anruft und sagt, wo man hin will, und dann kommt es und bringt einen hin.”

          Doch Beobachter hatten damit gerechnet, dass Google-Autos bei Uber zum Einsatz kommen würden. Jetzt stellen sich die beiden Internetunternehmen gegeneinander. Der kryptische Tweet, mit dem Google versuchte das Gegenteil zu signalisieren, blieb vage: Darin heißt es lediglich, Google-Mitarbeiter würden die Mitfahr-Apps Uber und Lyft ständig benutzen.

          Weitere Stellungnahmen waren weder von Google noch von Uber zu bekommen. Möglich ist, dass die Vorhaben des Suchmaschinen-Konzerns mit den Plänen zum fahrerlosen Autoverkehr zusammenhängen. So gehen bei Uber 80 Prozent des Fahrpreises an den Fahrer, 20 Prozent behält der Dienst für die Vermittlung ein. In einem fahrerlosen Auto könnte Google weit weniger Geld verlangen, Konkurrenten unterbieten und trotzdem Gewinne schreiben.

          Dabei hilft Google auch, dass Uber in vielen Ländern  aufwendige Gerichtsprozesse führt und den Weg für potentielle Nachahmer bereitet. Wenn diese ausgefochten wären, hätte Google freie Fahrt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

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