https://www.faz.net/-gqe-8mu6r

F.A.Z. exklusiv : VW-Personalchef: Elektromobilität wird Zehntausende Jobs kosten

VW muss seine Produktion langfristig auf Elektroautos umstellen. Bild: AFP

Karlheinz Blessing geht davon aus, dass durch den Wandel hin zu mehr Elektromobilität eine „fünfstellige Zahl“ Stellen gestrichen werden muss. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben.

          1 Min.

          Der Umbau von VW hin zu mehr Elektromobilität wird zehntausende Arbeitsplätze im Unternehmen kosten. „Es geht nicht darum, ein paar hundert Arbeitsplätze abzubauen“, sagte der Personalvorstand des Konzerns und der Kernmarke VW, Karlheinz Blessing, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Über die Jahre betrachtet, wird es weltweit um eine fünfstellige Zahl gehen.“

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Fahrzeuge mit Elektromotor bestünden aus weniger Komponenten als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. „Also brauchen wir für die Fertigung langfristig weniger Mitarbeiter“, sagte Blessing. Das wäre auch ohne den Skandal um manipulierte Motorensoftware bei Dieselautos auf VW zugekommen. „Nun ist der Handlungsdruck allerdings größer.“

          Er bekräftigte die Zusage des VW-Vorstands, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. „Aber wir werden die Beschäftigtenzahl reduzieren.“ Für Elektroautos würden künftig bestimmte Komponenten nicht mehr benötigt. „Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die gute Nachfrage nach bestimmten Komponenten zurückgeht“, sagte Blessing. „Nur wenn wir uns darauf einstellen, sind die Arbeitsplätze bei Volkswagen zukunftsfest.“

          Bei VW streiten Arbeitnehmervertreter und der Vorstand seit Wochen um den Umbau des Konzerns sowie Auswirkungen der Elektromobilität auf Arbeitsplätze beim Konzern. Betriebsratschef Bernd Osterloh drängte im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ darauf, Batterien für Elektroautos in Deutschland zu fertigen.

          Weitere Themen

          Impfstoff-Produktion für ganz Europa? Video-Seite öffnen

          „IDT Biologika“ in Dessau : Impfstoff-Produktion für ganz Europa?

          „IDT Biologika“ und „Dermapharm“ produzieren die Corona-Impfstoffe von Biontech und Astra-Zeneca. Beide Unternehmen liegen nur 50 Kilometer auseinander – und beide liegen in Sachsen-Anhalt. Entsteht hier die Impfstoff-Produktion für ganz Europa?

          Topmeldungen

          Eine App für mehr Freiheiten? So könnte der grenzüberschreitende Corona-Impfausweis künftig aussehen.

          Vier Fragen zur Immunität : Was steht drin im Corona-Impfpass?

          Immun gegen Corona, geht das überhaupt? Der europäische Impfpass ist von der Politik inzwischen fest avisiert, aber es sind einige Fragen offen. Was könnte in einem Immunitätszertifikat stehen, das digital überall abrufbar ist? Vier Fragen, vier Antworten.
          Kevin Trapp und die Frankfurter verlassen des Rasen als Verlierer.

          1:2 in Bremen : Das Ende der großen Frankfurter Serie

          Nach elf Spielen ohne Niederlage in der Bundesliga verliert die Eintracht. Die Frankfurter gehen in Führung, danach dreht Bremen die Partie. Nicht nur beim Siegtor entscheiden Zentimeter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.