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Fahrverbot in Kalifornien : Uber lenkt im Streit um Roboterwagen ein

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Soll bald auch wieder in Kalifornien fahren: Ein Testfahrzeug von Uber Bild: AP

In Kalifornien brauchen selbstfahrende Autos eine spezielle Genehmigung. Die wollte Uber bislang nicht einholen, doch jetzt lenkt das Unternehmen ein. Ärger hat der Taxischreck an anderer Stelle indes zuhauf.

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          Uber will seine selbstfahrenden Autos in Kalifornien wieder auf die Straße bringen und nun doch die dafür nötige Genehmigung einholen. „Wir arbeiten daran, unseren Antrag auf eine Testerlaubnis bei der kalifornischen Verkehrsbehörde einzureichen“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens, wie „Bloomberg“ berichtet. Im Dezember hatte die Behörde den Wagen kurzerhand die Fahrerlaubnis entzogen, da Uber sich geweigert hatte die entsprechende Genehmigung für den Test der Roboterautos einzuholen. Das Unternehmen hatte argumentierte, es werde zur Überwachung des Systems stets ein Fahrer am Steuer des Wagens benötigt, also sei eine spezielle Erlaubnis für autonom fahrende Wagen, wie sie Kalifornien verlangt, gar nicht nötig.

          Andere Unternehmen wie Google, Mercedes oder die chinesische Internet-Firma Baidu haben sich Genehmigungen für den Test ihrer Roboterwagen bereits besorgt. In der Zwischenzeit hat Uber sein Testprogramm auch in Tempe (Bundesstaat Arizona) gestartet. In Pittsburgh fahren die Roboterwagen schon länger.

          „Kalkulierter Diebstahl“ von Technik?

          Abseits der Roboterwagen sorgten jüngst auch Sexismus-Vorwürfe einer ehemaligen Mitarbeiterin gegen Uber-Manager für unangenehme Schlagzeilen. Das Management soll Sanktionen gegen den Beschuldigten abgelehnt haben, weil dieser ein Leistungsträger sei und es sich um einen einmaligen Vorgang handele. Letzteres ist den Angaben der Frau zufolge jedoch falsch. Konzernchef Travis Kalanick hat eine umfassende Aufklärung des Vorfalls angekündigt. Helfen soll dabei auch der frühere amerikanische Justizminister Eric Holder.

          Zudem muss sich der Taxischreck mit einer Klage der Google-Schwesterfirma Waymo auseinandersetzen. Waymo steckt hinter Googles Roboterwagen und wirft Uber vor, von ihnen gestohlene Technik einzusetzen. Anthony Levandowski, der mittlerweile für die Entwicklung der Roboterwagen bei Uber verantwortlich ist, soll demnach kurz bevor er Waymo verließ, 14.000 Dateien mit dem Design verschiedener Systeme heruntergeladen haben. In der Klage ist von einem „kalkuliertem Diebstahl“ die Rede.

          Durch eine möglicherweise versehentlich verschickte „unerwartete E-Mail“ von einem Zulieferer sei Waymo darauf aufmerksam geworden, dass die Schaltkreise von Ubers Laser-Radar-System den eigenen sehr ähnlich seien, heißt es. Die Systeme erfassen detailliert die Umgebung und Liefern der Roboterwagen-Software damit die Daten für ihre Entscheidungen.

          Levandowski hatte nach seinem Abgang bei Waymo zunächst das Start-up Otto gegründet, um an selbstfahrenden Lastwagen zu arbeiten. Wenige Monate später wurde das Start-up für 680 Millionen Dollar von Uber gekauft. Der Fahrdienstvermittler wehrt sich derweil gegen die Vorwürfe: „Wir haben die Behauptungen von Waymo geprüft und betrachten sie als einen unbegründeten Versuch, einen Wettbewerber zu bremsen“, heißt es in einer Stellungnahme. Uber werde sich vor Gericht vehement dagegen verteidigen.

          Amerika : Uber-Tochter Otto testet selbstfahrenden Lkw

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