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Studentenprojekt : Der Sonne hinterher

Hendrik Löbberding mit einem Modell des Solarautos. Im Oktober will der Student mit seinem Rennwagen bei der World Solar Challenge an den Start gehen. Bild: dpa

Mit einem selbst entwickelten Solarauto wollen Aachener Studenten an einem Rennen in Australien teilnehmen. Nicht nur Sponsoren sind begeistert. Auch die Umweltministerin findet lobende Worte.

          Die Ideen, die studentische Wohngemeinschaften im Allgemeinen wälzen, bewegen sich zwischen einfachen Verrücktheiten und maximalem Größenwahn. Die Gedankenspiele, die im November vor zwei Jahren in einer Aachener WG entstanden, machen keine Ausnahme. Mitten in der Klausurphase saßen Hendrik Löbberding und seine Freunde zusammen und redeten sich die Köpfe heiß. Das Thema: die „World Solar Challenge“ in Australien, ein Rennen für Fahrzeuge, die ihre Antriebsenergie über Photovoltaikzellen aus der Sonnenkraft beziehen. Anfang Oktober treten dort Mannschaften aus mehreren Ländern an, um ihre rollenden Solaranlagen 3000 Kilometer von Darwin im Norden bis Adelaide im Süden zu steuern. Das Rennen gilt als das härteste seiner Art, es ist eine Herausforderung für Mensch und Maschine. Die Aachener Studenten hielt all das nicht ab.

          In den vergangenen zwei Jahren ließen sie die Idee von der Teilnahme am Solarauto-Rennen Wirklichkeit werden. Insgesamt 45 Studenten der RWTH Aachen und der FH Aachen arbeiteten in einem eingetragenen Verein an dem Projekt. Sie feilten an der Mechanik, werkelten an der Elektrotechnik, verbesserten die Aerodynamik, machten sich Gedanken über ihre Fahrstrategie und suchten nicht zuletzt Sponsoren. Neben dem chinesischen Telekommunikationsanbieter Huawei gehören der Autohersteller Porsche und das Chemieunternehmen Covestro dazu, eine Tochtergesellschaft des Bayer-Konzerns.

          Während der Verabschiedung in Berlin lobte Bundesumweltministerin Hendricks das Engagement. „Mit nachhaltiger Mobilität, Klimaschutz im Verkehr und der Abkehr von fossilen Kraftstoffen sind Sie ohne jeden Zweifel am Puls der Zeit“, sagte sie den Studenten und machte ihnen Hoffnung, dass ihre Arbeit auch über das Rennen hinaus etwas bringt: „Gerade in den Energie- und Umwelttechnologien entstehen die Märkte der Zukunft.“ Daher habe das Projekt auch eine wirtschafts- und industriepolitische Komponente.

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