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Sharing-Modell : Daimler plant Car2Go für Gewerbekunden

Car2Go bedient vor allem Privatkunden. Bild: obs

Transporter leihen statt Smart: Das soll ab Sommer in Deutschland möglich sein. Auch in die Elektromobilität will Daimler kräftig investieren - und bald ein neues Modell auf den Markt bringen.

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          Das Modell der flexiblen Kurzmiete ist für Autos und Fahrräder mittlerweile weit verbreitet. Daimler war mit Car2Go der Vorreiter, längst haben andere nachgezogen, und so gibt es zumindest in den großen Städten gute Chancen, einfach schnell ein Auto zu nehmen und die Nutzung minutengenau abzurechnen. Ein Sharingmodell dieser Art plant Daimler nun auch für seine Transportersparte.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Im Sommer soll das Angebot, zunächst in Deutschland, starten. Dann können Kunden über eine App einen Transporter in der Nähe reservieren, um damit kurzfristig die eigenen Kapazitäten aufzustocken. Zwei Dutzend Mitarbeiter sind derzeit damit befasst, das System aufzubauen, das sich von Car2Go in zwei wesentlichen Punkten unterscheidet: Das Angebot richtet sich nur an gewerbliche Kunden, und genau deswegen werden eher nicht die Innenstädte im Fokus stehen, sondern Gewerbegebiete.

          Neue X-Klasse soll bald erscheinen

          Das Sharingsystem ist Teil der Mobilitätsangebote, mit denen sich die Mercedes-Transporter-Sparte zu einem Anbieter von Systemlösungen entwickeln will, der sich an der gesamten Wertschöpfungskette der Kunden und ihrem Geschäftsumfeld orientiert. „Das ist mittlerweile ein echter Treiber für unser Geschäft geworden“, berichtet Volker Mornhinweg, der die Mercedes-Van-Sparte leitet: „Für einen Großauftrag an ein Logistikunternehmen hat das neulich den Ausschlag gegeben.“ Für das „Advance“ genannte Ausbauprogramm solcher Leistungen im Bereich vernetzte Mobilität will die Transportersparte bis zum Jahr 2020 eine halbe Milliarde Euro investieren.

          Schwerpunkt der Investitionen bleiben freilich die klassischen Produkte. Allein in diesem und im nächsten Jahr werde die Transportersparte zwei Milliarden Euro investieren, kündigte Mornhinweg an - weshalb die Rendite kurzfristig zurückgehen werde: „Aber das wird sich lohnen.“ Ein Schwerpunkt ist der Pick-up (bei Mercedes X-Klasse genannt), der noch in diesem Jahr in ganz Europa und danach in Südafrika und Südamerika angeboten werden soll. In Großbritannien sei der Ansturm so groß gewesen, dass man mit einem Anzahlungsprogramm reagiere, berichtete Mornhinweg: „Mit 1000 Pfund können Sie sich einen reservieren.“

          Transportersparte legt deutlich zu

          Ein erheblicher Teil der Investitionen soll auch in die Elektromobilität fließen. „Wir werden 2018 eine vollelektrische Serienlösung passgenau für den Verteilerverkehr bringen“, kündigte Mornhinweg an, der sich sicher ist: „Kein anderer Hersteller treibt das so voran.“ Die Mercedes-Vans seien alle vorbereitet für die Elektrifizierung. Noch vor einem Jahr hatte sich der Transporter-Chef deutlich zurückhaltender über die Chancen der Elektromobilität geäußert - wohl auch wegen des Flops mit einem elektrischen Vito vor sechs Jahren.

          Für das laufende Geschäft zeigte sich Mornhinweg zuversichtlich, einen „leicht höheren Absatz“ zu erzielen. Im vergangenen Jahr hatte die Transportersparte ihre Verkäufe um 12 Prozent auf 359.000 Stück gesteigert. Der Umsatz erreichte 12,8 Milliarden Euro (ebenfalls plus 12 Prozent), das Ergebnis stieg um 33 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Mit 9,1 Prozent Ebit-Marge habe man die Zielrendite erreicht, betonte Mornhinweg. Innerhalb von zwei Jahren sei das Ergebnis beinahe verdoppelt worden.

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