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Roboter : Päckchen auf Rädern

  • -Aktualisiert am

Brav nimmt er den Zebrastreifen: Lieferroboter von Media Markt Bild: dpa

Er sieht aus wie eine possierliche Mischung aus Spielzeug und Kinderfahrrad-Anhänger: Ein Roboter soll künftig die Fußwege von Wohngebieten entlangrollen und für Media Markt Pakete ausliefern. Der Test läuft jetzt.

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          Eine weiße Edelplastikkiste mit dunklem Deckel, sechs Räder und ein hochragendes Sicherheitsfähnchen wie bei einem Kinderfahrrad: Ab sofort wird ein solcher autonomer Lieferroboter durch den Düsseldorfer Stadtteil Grafental kurven, um im Rahmen eines Pilotprojektes Onlinebestellungen der Media-Markt-Kette auszuliefern.

          Die Ware stammt aus der Filiale, die in direkter Nachbarschaft des Neubauviertels liegt, das als begrenztes Testgebiet dient. In der ersten Zeit wird das kleine Lieferwägelchen allerdings noch von Mitarbeitern begleitet. Denn sie sollen aufpassen, dass die kurze Reise bis zur Haustür des Kunden auch reibungslos verläuft und nicht vor dem Laternenmast oder an der Wade eines Passanten endet.

          Aus Sicht Elektrofachmarktkette Media-Saturn, die zum Metro-Konzern gehörent, bietet der Einsatz von Lieferrobotern eine gute Möglichkeit, den Kunden in Zukunft Bestellungen fast in Echtzeit zukommen zu lassen. Einzelhändler und Lieferdienste testen derzeit diverse Möglichkeiten, online bestellte Waren möglichst am selben Tag auszuliefern und dabei auch die sogenannte letzte Meile elegant zu überbrücken. So hat beispielsweise die Deutsche Post mit ihrer Gesellschaft DHL ein Projekt zur Lieferung von Medikamenten per Drohne auf die Insel Sylt vorgestellt oder im oberbayerischen Reit im Winkl die Zustellung per Paketkopter getestet.

          Alles, was weniger als zehn Kilo wiegt

          Transportieren kann der kleine Roboter alles, was weniger als zehn Kilogramm wiegt und sich bequem im Lieferfach verstauen lässt. Er fährt in Schrittgeschwindigkeit und nutzt Gehwege, heißt es in der Beschreibung. Hindernisse soll er über neun eingebaute Kameras und Ultraschallsensoren erkennen.

          Vor Antritt der Reise wird der Empfänger des Pakets über das Smartphone informiert. Unmittelbar nach der Bestätigung der Ankunft erhält er eine Benachrichtigung, damit er per Code den Deckel öffnen und seine georderte Ware entnehmen kann. Für die Kunden entstehen Lieferkosten von knapp 15 Euro, die jedoch während der Testphase durch einen Gutschein ausgeglichen werden.

          Entwickelt wurde der Päckchenroboter von dem Start-up-Unternehmen Starship Technologies mit Sitz in London. Dieses 2014 von den Skype-Gründern Ahti Heinla und Janus Friis gegründete Unternehmen arbeitet bei der Weiterentwicklung dieser autonomen Belieferung unter anderem auch mit Daimler, der Schweizerischen Post oder dem Lieferdienst Hermes zusammen.

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