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„Mission E“ : Porsche baut Elektroauto in Stuttgart

  • -Aktualisiert am

Studie der „Mission E“ auf der IAA Mitte September in Frankfurt Bild: AFP

Mit mehr als 600 PS und 500 Kilometern Reichweite schlägt Porsche „ein neues Kapitel in der Sportwagengeschichte“ auf. Konkurrent Tesla muss sich warm anziehen.

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          Das luxuriöse Elektroauto Tesla bekommt Konkurrenz aus Deutschland. Porsche wird ein Elektroauto bauen, ein besonders flottes noch dazu: Das Gefährt unter dem Namen „Mission E“ wird mit mehr als 600 PS in dreieinhalb Sekunden auf ein Tempo von 100 Kilometern pro Stunde beschleunigen. „Mit der Mission E setzen wir ein deutliches Zeichen für die Zukunft der Marke“ kommentiert der Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Porsche die Entscheidung des Aufsichtsrats für das Elektroauto. Der Porsche-Vorstandsvorsitzende Oliver Blume - Nachfolger des an die VW-Spitze gerückten Matthias Müller - spricht davon, dass ein „neues Kapitel in der Sportwagengeschichte“ aufgeschlagen werde.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Für den Bau der „Mission E“ sind nach Angaben von Porsche Investitionen im Volumen von etwa einer Milliarde Euro verbunden. Allein am Porsche-Stammsitz Stuttgart-Zuffenhausen werden 700 Millionen Euro investiert. Dort entstehen auch mehr als tausend zusätzliche Arbeitsplätze. Neu gebaut werden sollen eine Lackiererei und eine eigene Montage für „Mission E“. Das bestehende Motorenwerk soll für die Herstellung von Elektroantrieben ausgebaut und der vorhandene Karosseriebau erweitert werden. Weitere Investitionen werde es im nahe gelegenen Entwicklungszentrum Weissach geben. Zur Entscheidung für den Standort Stuttgart sagte der Betriebsratsvorsitzende Uwe Hück: „Wir haben der Arbeitgeberseite ein Angebot gemacht, das sie nicht ausschlagen konnte.“ Man werde neue Wege in der Digitalisierung der Produktion gehen.

          Der Bau des Viertürers soll Ende des Jahrzehnts starten. Der Preis für das Fahrzeug ist noch unklar. Es wird erwartet, dass sich Porsche dabei am amerikanischen Konkurrenten Tesla orientieren wird und dass das Stuttgarter Elektroauto gut 100.000 Euro kosten werde.

          Mehr Leistung als bisherige Elektroautos

          Das Auto werde eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern haben, kündigt Porsche an - das ist deutlich mehr als die heute im Markt vorhandenen Elektroautos schaffen. Mit einer eigens entwickelten 800-Volt-Ladeeinheit, die im Vergleich zu heutigen Schnelllade-Einrichtungen doppelt so stark ist, stehen die im Unterboden des Autos verbauten Batterien schon nach 15 Minuten Ladezeit wieder für 80 Prozent der Reichweite zur Verfügung, heißt es bei Porsche. Alternativ könnten die Lithium-Ionen-Batterien auch kabellos per Induktion über eine im Garagenboden eingelassene Spule aufgeladen werden.

          „Porsche beweist heute seine Zukunftsfähigkeit und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit des Standorts Baden-Württemberg“, lobte der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach dem Beschluss. Die Landesregierung wolle dafür sorgen, dass Baden-Württemberg zu einem der ersten Länder mit einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge werde.

          Der Aufsichtsrat ernannte zudem den bisherigen VW-Manager Albrecht Reimold neuen Porsche-Vorstand für Produktion und Logistik. Dieses Ressort hatte zuvor der neue Porsche-Chef Oliver Blume geleitet. Bei Volkswagen leitete Reimold zuletzt das Werk in Bratislava, wo unter anderem die Karosserie für den Porsche-Geländewagen Cayenne hergestellt wird.

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