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Sozialistische Bürgermeisterin : Paris sagt Autos den Kampf an

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Anne Hidalgo bei der UN-Klimaschutzkonferenz in Marrakesch Bild: AFP

Anne Hidalgo schafft mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger – und will Autos langfristig aus der Stadt verdrängen. Alles andere sei „altertümlich“.

          Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, gilt schon lange als Vorkämpferin für innovative Verkehrskonzepte. Sie träumt von einer verkehrsberuhigten Kapitale, möchte Fußgängern und Radfahrern mehr Raum verschaffen. Den Autos dagegen hat sie den Kampf angesagt.

          Jetzt hat sie dem französischen Journal „Le Journal du Dimanche“ verraten, wo die Reise langfristig hingehen soll: Hidalgo will den Individualverkehr auf den beiden Hauptachsen, die die Stadt von Ost nach West durchqueren, halbieren. Grund: die Umweltverschmutzung der Autos sei „altertümlich“, für sie ist klar: Es gibt zu viele Autos in Paris. Kampf gegen Luftverschmutzung und Lärm heißen ihre obersten Ziele. Sie möchte, dass der öffentliche Raum von den anderen Verkehrsteilnehmern wie Radfahrern und Fußgängern “zurückerobert“ wird.

          Erst im Oktober hatte „Madame La Maire“ ein 3,3 Kilometer langes Straßenstück am rechten Ufer des Seine-Flusses für den Autoverkehr gesperrt. Das Fahrverbot gilt zunächst für sechs Monate auf einem Teil der Voie Georges Pompidou zwischen dem Tunnel der Tuilerien und dem Bassin de l’Arsenal. Jetzt soll auch dieses Fahrverbot offenbar ausgeweitet werden. Hidalgo hat mit dem rechten Seine-Ufer Größeres vor: Für Fußgänger und Radfahrer soll deutlich mehr Platz geschaffen werden.

          Fahrrad-Werbetour durch die Stadt: Anne Hidalgo mit IOC-Präsident Thomas Bach im Oktober.

          Außerdem soll zwischen dem Gare de Lyon und der Garigliano-Brücke bald ein „elektrischer Tram-Bus“ verkehren: „flexibel und groß wie ein Bus, schnell und regelmäßig wie eine Straßenbahn“. 35 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Außerdem plant die Bürgermeisterin, die Rue Rivoli, die parallel zum Seine-Ufer vom Place de la Concorde am Louvre vorbei bis zur Bastille verläuft, zu einer Fahrradstraße umzubauen. Weitere Straßen sollen demnächst ausschließlich Bussen und Taxis vorbehalten werden.

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          Nach Angaben der französischen Stadtverwaltung zeigt Hidalgos Verkehrspolitik bereits erste Erfolge: Demnach hat sich die Anzahl der täglich verkehrenden Fahrzeuge im Zentrum von 43.000 auf 36.000 reduziert. Das neue Verkehrskonzept ist auch vor dem Hintergrund der Bewerbung der französischen Hauptstadt um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2024 zu sehen. Nachdem Hamburg und Rom ihre Bewerbungen zurückgezogen haben, konkurriert Paris nur noch mit Budapest und Los Angeles und hat damit gute Chancen auf den Zuschlag. Die Entscheidung fällt im September dieses Jahres.

          Kritiker der sozialistischen Bürgermeisterin von Paris warnen, die Autos würden nicht einfach verschwinden und ihre Fahrer auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, sondern Umwege über andere Stadtteile nehmen. Das Verkehrsaufkommen in den anderen Arrondissements sei bereits enorm gestiegen. Zumindest für Dieselautos dürfte das bald aber nicht mehr gelten: Sie sollen ab 2020 aus der Stadt verbannt werden.

          Wie dringend Paris etwas gegen seine Luftverschmutzung tun muss, zeigte sich erst vor wenigen Wochen wieder: Weil eine Smog-Glocke über der Stadt hing, wurde der Autoverkehr in Paris und 22 umliegenden Kommunen mehrere Tage lang stark eingeschränkt. Nur Autofahrer, deren letzte Ziffer auf dem Kennzeichen ungerade war, durften auf den Straßen unterwegs sein, Verstöße wurden mit einem Bußgeld in Höhe von 35 Euro geahndet. Öffentliche Verkehrsmittel waren im Gegenzug kostenlos.

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