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Technischer Fortschritt : Ein Elektro-Auto von Opel fährt 500 Kilometer weit

Der Ampera-e in Paris Bild: Simulation Opel

Überraschung aus Rüsselsheim: Der Opel Ampera-e lässt die europäische Konkurrenz in Sachen Reichweite weit hinter sich.

          Auf dem Pariser Automobilsalon hat Opel an diesem Donnerstag eine Überraschung parat: Denn das neue Elektromodell der Rüsselsheimer, der Ampera-e, wird nach Herstellerangaben mehr als 500 Kilometer elektrische Reichweite haben. Bisher hatte es geheißen, es würden gut 400 Kilometer erreicht. So aber kommt der neue Opel auf mindestens 200 Kilometer mehr Reichweite als der beste, derzeit angebotene Wettbewerber in dem Segment.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Gemessen wird die erreichbare Distanz basierend auf dem „Neuen Europäischen Fahrzyklus“ (NEFZ). Damit beweise Opel, dass Elektromobilität voll alltagstauglich werde, hofft Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Das Modell ist ab Frühjahr 2017 verfügbar.

          Nur Tesla kommt weiter

          Zum Vergleich: Der BMW i3 – optional ausgerüstet mit seiner großen 33-Kilowattstunden-Batterie – schafft gemäß NEFZ 300 Kilometer, der Nissan Leaf 250 Kilometer, der Renault Zoé 240 Kilometer und der VW e-Golf 190 Kilometer. Nur für die Tesla-Modelle werden größere Reichweiten genannt.

          Opel selbst räumt ein, dass die NEFZ-Werte vor allem zu Vergleichszwecken wichtig seien, aber „kaum das alltägliche Verkehrsgeschehen abbilden“. In der Realität beeinflussten Faktoren wie die Streckenbeschaffenheit, Wetterbedingungen, der Fahrstil oder die Zuladung die Reichweite.

          Von null auf 50 in Sportwagenzeit

          Daher hat Opel den Ampera-e zusätzlich einer Messung – angenähert an das nach dem WLTP-Fahrzyklus („Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure“) definierte Geschwindigkeitsprofil – unterzogen. Die WLTP-Werte kommen nach den Angaben dem realen Fahrverhalten näher. Basierend auf diesem Entwicklungstest, schätzen die Opel-Ingenieure die kombinierte WLTP-Reichweite auf mehr als 380 Kilometer.

          Natürlich kann auch diese Reichweite vom Alltagsbetrieb abweichen, da sie vom persönlichen Fahrstil und externen Faktoren abhängt. In jedem Fall aber schiebt sich der Ampera-e im Reichweiten-Vergleich nach vorne.

          Von null auf Tempo 50 beschleunigt der Elektro-Kompaktwagen mit einer Sportwagenzeit von nur 3,2 Sekunden. Der neue Opel basiert auf dem Schwestermodell Chevrolet Bolt für den amerikanischen Markt, das ebenfalls über eine Batteriekapazität von 60 Kilowattstunden verfügt. Der Antrieb mit 288 Lithium-Ionen-Zellen wurde vom Opel-Mutterkonzern General Motors gemeinsam mit dem südkoreanischen Unternehmen LG Chem entwickelt.

          Batterien laden während der Fahrt

          Der Ampera-e ist 4,17 Meter lang, bietet Platz für fünf Passagiere und hat ein Kofferraumvolumen von 381 Litern. Möglich wird das Raumangebot nach Angaben von Opel durch die Anordnung der zehn Batterie-Module. Das Paket befindet sich im Unterboden.

          Zudem lädt der Ampera-e während der Fahrt seine Batterien auf. Dafür braucht der Fahrer im normalen „Drive“-Modus nur das (Gas-)Pedal zu lupfen. In diesem sogenannten Schiebebetrieb rekuperiert der Ampera-e automatisch, gewinnt dabei über den Elektromotor, der zum Generator wird, Energie zurück. Wechselt der Fahrer in den „Low“-Modus, steigt die Bremswirkung und damit die Rekuperation.

          In einer dritten Stufe kann mit einer Wippe am Lenkrad manuell auf volle Energierückgewinnung geschaltet werden. In diesen Modi ist das Schleppmoment nach Angaben von Opel so hoch, dass im normalen Verkehr nicht einmal mehr auf die Bremse getippt werden muss, um Geschwindigkeit bis zum Stillstand des Fahrzeugs abzubauen.

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