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Autohersteller : Widerstand gegen Chinas Elektroquote wächst

China will verstärkt Elektroautos fördern. Wie genau, ist immer noch unklar. Bild: dpa

Ursprünglich wollte China Autoherstellern wie VW ab 2018 vorschreiben, dass ein fester Anteil der verkauften Fahrzeuge einen Elektromotor haben muss. Nachdem sich die deutsche Kanzlerin in die Debatte eingeschaltet hat, könnte Peking die Regeln aufweichen.

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          In der Debatte um eine Mindestquote an verkauften Elektrofahrzeugen in China, dem größten Automarkt der Welt, hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeschaltet. Das haben mehrere Quellen FAZ.NET bestätigt. Zuerst hatte in seiner Montagsausgabe das „Handelsblatt“ über die Intervention Merkels in Peking zugunsten der deutschen Autoindustrie berichtet.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Demnach hat Merkel in einem Telefongespräch mit Chinas Ministerpräsident Li Keqiang Ende Januar ein Einlenken der chinesischen Regierung in der für Deutschlands Autokonzerne wichtigen Frage gefordert. Dies hatte damals auch sinngemäß die chinesische amtliche Nachrichtenagentur „Xinhua“ gefordert.

          Das chinesische Industrieministerium hatte im vergangenen Herbst einen Gesetzentwurf veröffentlicht, nach dem ab dem Jahr 2018 sämtliche in China tätigen Autohersteller für 8 Prozent der verkauften Fahrzeuge „Kreditpunkte“ sammeln müssen, die nach der ursprünglichen Regelung nur Autos mit reinen Elektro- und Hybridmotoren erfüllen. Ansonsten drohten Strafen. Das hätte zum Beispiel den Volkswagen-Konzern, der mit 4 Millionen verkauften Fahrzeugen in China Marktführer ist, vor große Probleme gestellt. Denn derzeit verkauft VW in China fast überhaupt keine Elektrofahrzeuge.

          Ob die Einführung der Mindestquote nach der Intervention Merkels nun wie berichtet um ein Jahr verschoben wird, sei möglich, stehe aber noch nicht fest, heißt es hingegen aus der deutschen Autoindustrie. Die Verhandlungen darüber mit der chinesischen Regierung liefen derzeit noch. Cui Dongshu, der Generalsekretär der Vereinigung chinesischer Personenwagenhersteller, sagte gegenüber FAZ.NET, sein Verband glaube nicht daran, dass die Einführung der Quote verschoben werde. „Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass die Quote gesenkt wird.“

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