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Gute Zahlen : Deutsche Bahn ist überraschend gut im Geschäft

Seit knapp zwei Jahren fahren in Norddeutschland doppelstöckige Intercity-Züge. Bild: dpa

Das Unternehmen hat sein Ergebnis um knapp 20 Prozent gesteigert. Das liegt auch daran, dass so viele Menschen IC und ICE fahren.

          Für die Deutsche Bahn verläuft das Geschäftsjahr 2017 bisher deutlich besser als geplant. In den ersten fünf Monaten erwirtschaftete der Konzern ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 857 Millionen Euro aus. Dies sind nicht nur 140 Millionen (19,6 Prozent) mehr als im Vorjahr, sondern auch annähernd 100 Millionen Euro mehr als erwartet. Das war am Mittwoch aus Aufsichtsratskreisen zu hören.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die Bahn will am 26. Juli ihre Halbjahresbilanz vorlegen. Voraussichtlich wird Bahnchef Richard Lutz die Gewinnprognose für das Jahr dann erhöhen. Ende März hatte Lutz, der seit 2010 das Finanzressort leitet, vorsichtig von einem Ebit von gut 2,1 Milliarden Euro gesprochen. Ende Mai hatte er angedeutet, dass die Zahlen in Anbetracht des Geschäftsverlaufs besser ausfallen könnten. „Den Rückenwind aus dem letzten Jahr haben wir mitgenommen. Wir sind im Aufwind“, sagte er. Der Umsatz in den ersten fünf Monaten stieg im Vergleich zum Vorjahr um eine Milliarde auf 17,5 Milliarden Euro. Voraussichtlich wird der Konzern den geplanten Umsatz von 41,5 Milliarden Euro am Jahresende übertreffen.

          Gut entwickelten sich im ersten Halbjahr vor allem der Fernverkehr sowie die Logistik-Gesellschaft DB Schenker und der Auslands-Personenverkehr von DB Arriva. Der Schienengüterverkehr von DB Cargo bleibt die größte Herausforderung. Im Fernverkehr rechnet die Bahn bis Jahresende mit einem neuen Fahrgastrekord. 2016 fuhren die Fahrgäste 139 Millionen mal in ICE-und IC-Zügen; dieses Jahr soll die Marke von 140 Millionen überschritten werden. Im kommenden Jahr soll sich diese Entwicklung fortsetzen, von der Eröffnung der Neubaustrecke Berlin-München erhofft sich der Konzern einen weiteren Schub. Der Sprinter verbindet beide Städte dann in 3 Stunden und 55 Minuten. Kürzere Fahrzeiten machen sich im gesamten Netz bemerkbar.

          Auf die Kundennachfrage will die Bahn künftig womöglich mit einem variablen Standardpreis (Flexpreis) Einfluss nehmen. Seit Dezember gibt es einen Testbetrieb. Lutz berichtete kürzlich, die Kundenresonanz auf den Pilotversuch sei positiv, vor allem was die Lenkungswirkung angehe. Die Bahn will aber nicht so weit gehen wie die Fluggesellschaften: „Wir wollen nicht wie die Airlines fünf Mal am Tag unsere Preise ändern. Das ist nicht unser Modell“, sagte Lutz.

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