https://www.faz.net/-gqe-8x728

Fahrdienstvermittler : Apple drohte Uber mit Rauswurf

Uber sorgt regelmäßig für Negativschlagzeilen. Bild: Reuters

Fahrdienst Uber soll iPhones heimlich hinterher spioniert haben. Sehr zum Ärger von Apple-Chef Tim Cook.

          Die Serie von Kontroversen um Uber reißt nicht ab: Einem Bericht der „New York Times“ zufolge hat der amerikanische Fahrdienst vor einigen Jahren eine Methode entwickelt, um iPhone-Handys heimlich identifizieren und verfolgen zu können, selbst nachdem seine Anwendung („App“) von den Geräten gelöscht worden ist. Damit habe Uber gegen Datenschutzregeln des App Store verstoßen, in dem Apps für das iPhone vertrieben werden. Tim Cook, der Vorstandsvorsitzende von Apple, soll darüber so erbost gewesen sein, dass er Uber-Chef Travis Kalanick damit drohte, dessen App aus dem App Store zu entfernen. Kalanick habe also fürchten müssen, einen riesigen Nutzerkreis für seinen Fahrdienst zu verlieren.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Schwergewichten aus dem Silicon Valley hat sich dem Bericht zufolge im Jahr 2015 zugetragen. Uber soll nicht nur einen speziellen Softwarecode entwickelt haben, um iPhones dauerhaft identifizieren zu können. Das Unternehmen soll auch mit sogenanntem „Geofencing“ dafür gesorgt haben, dass Mitarbeiter in der Apple-Zentrale diese Software nicht sehen und damit nicht auf den Regelverstoß aufmerksam werden konnten. Am Ende seien Apple-Techniker außerhalb der Zentrale Uber auf die Schliche gekommen.

          Uber ging es bei der Identifizierung von iPhones offenbar nicht darum, seinen regulären Nutzern hinterherzuspionieren. Vielmehr habe das Unternehmen betrügerische Praktiken in Märkten wie China eindämmen wollen. Dort gebe es einen regen Handel mit gestohlenen iPhones, deren Inhalte gelöscht worden seien. Viele Uber-Fahrer in dem Land hätten von solchen Geräten aus Dutzende fingierter Nutzerkonten eingerichtet und von diesen Konten Fahrten bestellen lassen, womit sie ihren eigenen Verdienst erhöht hätten.

          Uber hat sein China-Geschäft mittlerweile verkauft. Der Fahrdienst sagte in einer Stellungnahme, er verfolge seine Nutzer nicht, wenn sie die App gelöscht hätten. Er gab aber zu, Techniken einzusetzen, um Betrug zu verhindern. Uber war in jüngster Zeit Gegenstand einer Reihe von Negativschlagzeilen.

          Weitere Themen

          Kein Android mehr für Huawei? Video-Seite öffnen

          Google-Boykott : Kein Android mehr für Huawei?

          Google kappt in weiten Teilen seine Geschäftsbeziehungen mit dem chinesischen Hightech-Konzern Huawei. Damit beugt sich Google nach eigenen Angaben dem neuen Dekret von Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, zur Telekommunikation. Das könnte weitreichende Folgen für Huawei-Nutzer haben.

          Topmeldungen

          Österreichs Regierung am Boden : Von der Musterehe zum Rosenkrieg

          Aus den Rissen in der türkis-blauen Koalition wurden durch die Ibiza-Affäre in beeindruckender Geschwindigkeit Gräben. Die Neuwahl ist für Sebastian Kurz eine Chance, mehr Stimmen für die ÖVP zu gewinnen – aber sie birgt auch ein großes Risiko.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.