https://www.faz.net/-gqe-838z4

„Computer waren nie der Grund“ : Google: Elf kleinere Unfälle mit selbstfahrenden Autos

  • Aktualisiert am

Prototyp eines selbstfahrenden Autos von Google im Dezember in North-Carolina Bild: dpa

Nach Millionen Testkilometern in selbstfahrenden Autos meldet Google: elf kleinere Unfälle. Doch die Computer seien nie der Grund dafür gewesen, sondern hätten sogar mehrfach Zusammenstöße verhindert.

          1 Min.

          Die selbstfahrenden Autos von Google sind in sechs Jahren in elf kleinere Unfälle verwickelt worden. „Nicht einmal war das selbstfahrende Auto der Grund für den Zwischenfall“, betonte Projektchef Chris Urmson in der Nacht zum Dienstag in einem Beitrag auf der Plattform „Medium“. Sieben Mal seien andere Fahrer auf die Google-Wagen aufgefahren. Ansonsten seien sie an der Seite gestreift worden und bei einem Zusammenstoß sei ein anderes Auto an einem Stoppschild vorbeigerollt. Insgesamt habe es nur leichte Schäden an den Wagen und keine Verletzten gegeben. „Wenn man genug Zeit auf der Straße verbringt, werden Unfälle passieren, egal, ob man in einem Auto oder einem selbstfahrenden Fahrzeug sitzt“, resümierte Urmson.

          1,6 Millionen Kilometer autonom gefahren

          Googles Flotte von mehr als 20 Roboter-Wagen sei inzwischen über 2,7 Millionen Kilometer gefahren, davon rund 1,6 Millionen im autonomen Betrieb. Aktuell legten sie etwa 16.000 Kilometer pro Woche zurück.
          Urmson präzisierte nicht näher, wie viele Unfälle sich ereigneten, als die Autos vom Computer gelenkt wurden. Er nannte aber Beispiele, in denen die Elektronik der Google-Autos Unfälle verhindern konnte, etwa als ein Radfahrer den Weg kreuzte oder ein anderes Auto aus zweiter Reihe abbog. In einem Fall erkannten die Sensoren frühzeitig, dass dem Google-Fahrzeug im Dunkeln gleich zwei Geisterfahrer entgegenkamen. Insgesamt seien Kreuzungen besonders gefährlich. Die Google-Wagen seien so programmiert, dass sie zur Sicherheit noch kurz warteten, wenn die Ampel grün wird, erläuterte der Manager.

          Google hatte seine selbstfahrenden Fahrzeuge im Herbst 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Autohersteller haben seitdem ebenfalls diverse Fortschritte in ihren eigenen Projekten präsentiert. So zeigte Daimler erst vor wenigen Tagen einen autonom fahrenden Lastwagen. Experten rechnen damit, dass selbstfahrende Autos zum Jahr 2020 regulär im Straßenverkehr auftauchen. Bis dahin müssten aber noch diverse rechtliche Fragen wie Haftung geklärt werden.

          Google baute seine Elektronik bisher vor allem in Fahrzeuge anderer Hersteller wie Toyota ein, inzwischen entwickelte der Konzern aber auch einen eigenen kleinen elektrischen Zweisitzer für den Stadtverkehr. Google will bei diesen Autos die Kontrolle komplett dem Computer überlassen und auf typische Steuer-Elemente wie Lenkrad oder Pedale verzichten.

          Internetkonzern : Google testet selbstfahrende Autos

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Städtische Arbeiter überstreichen am 28. April in Sankt Petersburg ein Wandgemälde, das den inhaftierten Oppositionspolitiker Alexej Nawalnyj zeigt.

          Das Ende der Freiheiten : Putins Weg in die Repression

          Bisher hat Putins Regime keine Anstrengungen unternommen, um Opposition und kritische Medien ganz auszuschalten. Das ändert sich gerade auf dramatische Weise.
          Jens Spahn (rechts) und Lothar Wieler am 7. Mai auf der Pressekonferenz zur Corona-Lage

          Corona-Liveblog : Spahn: „Die dritte Welle scheint gebrochen“

          Polizeigewerkschafter fordert Pflicht zur Mitführung des Impfpasses +++ Grüne fordern rasche Aufhebung der Patente für Impfstoffe +++ Frankreich soll EU-Bestellung von bis zu 1,8 Milliarden Biontech/Pfizer-Impfdosen blockieren +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.
          Der Spezial-Keller in Bamberg, lange bevor das Coronavirus die Tische leerte.

          Öffnung der Gastronomie : Endlich wieder in den Biergarten

          Nach sechs Monaten Lockdown dürfen viele Restaurants zumindest ihre Terrassen wieder öffnen. Die Betreiber freuen sich – sie sind aber auch überfordert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.