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Neues Mietsystem : Elektroroller für alle!

„Ein weitgehend unbestelltes Feld“

Konkurrenz gibt es natürlich auch. In Berlin gibt es schon ein ähnlich funktionierendes Start-up, in Stockholm wird ein Roller-Netzwerk von Kurieren genutzt. In Barcelona betreibt ein deutscher Unternehmer eine Mietplattform mit Elektrorollern von Govecs aus München und einem Elektroantrieb des Autozulieferers Mahle aus Stuttgart. Dagegen ist nichts bekannt von den latent geeigneten amerikanischen Konzernen, weder von Apple noch von Google. Tesla-Eigner Elon Musk hat in seiner Zukunftsstrategie den Elektroroller nicht einmal erwähnt. „Es ist ein weitgehend unbestelltes Feld“, urteilt Markus Heyn mit Blick auf die bisherige Marktlage und deutet damit an, dass er Bosch schon als weltweiten Anbieter für die Plattform „Coup“ sieht.

Ob Gogoro dafür der einzige Hardware-Partner bleibt, ist offen. „Wir konnten uns der Anfragen aus der Zweiradbranche nicht erwehren“, berichtet Heyn über das Interesse der Hersteller an solchen Angeboten. Bosch grenzte die Auswahl auf Anbieter hochwertiger Technik ein, die mit ihren Scootern mindestens 100 Kilometer Reichweite, ein einfaches und schnelles Batteriewechseln sowie die Vernetzung möglich machten. „Da blieb immer noch eine Handvoll Anbieter“, sagt Heyn.

Der Gogoro, mit dem „Coup“ nun in Berlin startet, würde in Deutschland 7000 bis 8000 Euro kosten, wenn es ihn denn zu kaufen gäbe - ist also alles andere als ein Billigprodukt. Mit noch noblerem Gefährt, etwa einem Roller von BMW für 17.000 Euro, würde das Geschäftsmodell wohl nicht funktionieren, mutmaßt Heyn.

Die Macher haben noch viele Ideen

Dabei soll sich das Geschäftsmodell nicht auf den puren Transport der Fahrer von A nach B beschränken, sondern durchaus Lifestyle-Charakter haben. Warum sollte man nicht eine elektronisch geführte Stadtrundfahrt auf dem Gogoro anbieten, überlegt Heyn laut, und behält erkennbar noch viele Optionen für die Weiterentwicklung der Plattform für sich.

Die Macher von „Coup“ haben offenbar noch viele Ideen, und Bosch kann ihnen viel bieten. Als Anbieter von mikromechanischen Sensoren hat Bosch ohnehin eine Spitzenposition, im Bereich Navigation hat man ebenfalls Übung. Auch das Vernetzen von Verkehrsteilnehmern ist Alltagsgeschäft. Mit den elektrischen Antrieben für Zweiräder hat Bosch im Fahrradgeschäft reichlich Erfahrung gesammelt und Motorradhersteller gehören auch zu den Kunden, die regelmäßig mit Innovationen beglückt werden, zumal der Bosch-Konzern- und Forschungschef Volkmar Denner ein leidenschaftlicher Motorradfahrer ist. „Das Neue entsteht nicht nur durch Ideen, sondern dadurch, dass ein Rahmen geschaffen wird“, stellt der Bosch-Geschäftsführer die Relation her.

Sollte die Plattform ein Renner werden, könnte das für Bosch mehr bedeuten als nur sprudelnde Mieteinnahmen für die Elektroroller. Es könnte all diesen Geschäften im Zweiradbereich einen Schub verschaffen. Ganz ungeachtet dessen, sieht Heyn die Plattform als eine Art Testmarkt: „Das ist für Bosch eine schöne Möglichkeit, ein Feedback der Endkunden auf neue Technologien zu bekommen.“

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