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Autonomes Auto : Alle forschen an der fahrerlosen Zukunft

  • Aktualisiert am

So sieht BMW die autonome fahrende Zukunft. Bild: BMW

Der amerikanische Autohersteller Ford will bis 2021 ein autonom-fahrendes Auto anbieten. Wie steht es bei der Konkurrenz um die mobile Zukunft?

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          Geht es nach einer Mehrheit der Autofahrer, steht autonom fahrenden Fahrzeugen eigentlich nicht viel im Wege. Im Ende Mai veröffentlichten „Automobilbarometer“ der Commerz Finanz GmbH gaben drei Viertel von insgesamt 8500 Befragten an, dass autonom fahrende Autos irgendwann Realität werden. Für die Erhebung hat die Commerz Finanz in 15 Ländern Personen befragt, die in den vergangenen fünf Jahren ein Auto gekauft haben. Wann es allerdings so weit sein soll, ist den Befragten zufolge offen.

          70 Prozent der Studienteilnehmer in Deutschland gaben zum Beispiel an, dass sie erst nach 2020 ein autonom fahrendes Auto besitzen werden. In den Vereinigten Staaten bejahte das dagegen bloß ein knappes Drittel der Befragten.

          Fest steht in jedem Fall: Viele Autohersteller forschen bereits fleißig an selbständig agierenden Fahrzeugen. Erst am Dienstag hat der amerikanische Autohersteller Ford angekündigt, im Jahre 2021 ein komplett selbstfahrendes Auto anbieten zu wollen - und zwar ganz ohne Pedale und Lenkrad.

          Toyota fährt vor

          Ein wenig früher wollen die Japaner von Toyota am Markt sein - allerdings mit einer etwas abgespeckten Version der Ford-Vision. Im vergangenen Oktober kündigte das Unternehmen an, schon zu den nächsten Olympischen Spielen, die im Jahre 2020 in Tokio stattfinden, ein Auto namens „Highway Teammate“ zu verkaufen. Das Fahrzeug, das auf dem Modell Lexus GS basiert, soll nach bisherigen Planungen jedoch lediglich auf Autobahnen vollautomatisch fahren können. Dort soll es dann dem Fahrer das Steuern, Überholen und Abbiegen abnehmen. Schon heute könne der Prototyp des Fahrzeugs von der Autobahnauffahrt bis zur Ausfahrt selbständig fahren, sagte ein Toyota-Manager bei der Vorstellung im vergangenen Jahr.

          Deutsche Hersteller sind zurückhaltend

          Auch deutsche Hersteller forschen am autonomen Auto. So forsch wie Ford sind jedoch auch sie nicht. Man hält sich eher an die Kollegen von Toyota. Im vergangenen Jahr sagte der Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber, vollkommen selbstständig fahrende Autos erwarte er nicht vor 2030 auf deutschen Straßen. Als Erstes werde wohl das Autobahnfahren automatisiert, so Weber. Womöglich stünde schon innerhalb der nächsten vier Jahre ein Assistenzsystem bereit, dem der Fahrer auf der Autobahn das Steuern überlassen kann - dabei aber bereit bleibt einzugreifen.

          Nicht ohne Pedale und Lenkrad

          Ähnlich sieht das auch die Konkurrenz von BMW. Als der bayerische Hersteller im März seinen hundertsten Geburtstag feierte, stellte er auch sein Zukunftsmodell mit dem klangvollen Namen „Vision Next 100“. Das autonom fahrende Auto könnte in den nächsten 20 bis 30 Jahren auf den Markt kommen, hieß es damals. Allerdings wird es sich von dem am Dienstag präsentierten Ford-Plan ebenfalls unterscheiden. Es wird wohl weiter ein Lenkrad und Pedale haben. Das Auto werde zum „digitalen Chauffeur“, sagte BMW-Vorstandschef Harald Krüger im März. Der Fahrer könne ihm das Steuer überlassen, er müsse es aber nicht.

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