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Ampera-e : 400 Kilometer Reichweite für den neuen Elektro-Opel

Der neue Ampera-e revolutioniert die Elektromobilität - sagt Opel. Zumindest schneidet er besser ab als viele Wettbewerber. Bild: obs

Nächstes Jahr will Opel den Ampera-e an den Start bringen. Im Konkurrenz-Vergleich schlägt er sich gut, obwohl die angegebene Reichweite im Alltag kaum erreicht werden dürfte.

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          Der Autohersteller Opel verspricht für sein im kommenden Jahr marktreifes Elektroauto Ampera-e eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern. Der Kompaktwagen soll auf dem Pariser Autosalon Anfang Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt und vom Frühjahr des kommenden Jahres an verkauft werden.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Der neue Opel basiert auf dem Schwestermodell Chevrolet Bolt für den amerikanischen Markt, das ebenfalls über eine Batterie-Kapazität von 60 Kilowattstunden verfügt. Der Antrieb mit 288 Lithium-Ionen-Zellen wurde vom Opel-Mutterkonzern General Motors gemeinsam mit dem südkoreanischen Unternehmen LG Chem entwickelt.

          Die 400 Kilometer-Grenze ist im Konkurrenzvergleich gut, darf allerdings nicht allzu wörtlich genommen werden. Zum einen: Für den Bolt gibt die Opel-Muttergesellschaft General Motors (GM) eine Reichweite von 238 Meilen an, was umgerechnet 383 Kilometern entspricht. Zum anderen:

          Nur Tesla hat mehr Reichweite

          Die vorläufige Reichweitenangabe für Europa bezieht sich auf den Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) – und ist deshalb auch ein Wert, der den Alltag des Fahrers nur näherungsweise abbildet. Allerdings liegt er oberhalb der Werte der meisten Wettbewerber. Zum Vergleich:

          Der BMW i3 – optional ausgerüstet mit seiner großen 33 Kilowattstunden-Batterie – schafft gemäß NEFZ 300 Kilometer, der Nissan Leaf 250 Kilometer, der Renault Zoe 240 Kilometer und der VW e Golf 190 Kilometer. Nur für die Tesla-Modelle werden größere Reichweiten genannt.

          Auch Opel räumt ein, dass die maximale Reichweite im Alltag von den NEFZ-Werten abweiche. Doch auch im Alltag, bei durchschnittlichen Bedingungen könne der Ampera-E mehr als 300 Kilometer abspulen, heißt es am Stammsitz in Rüsselsheim. In der Praxis beeinflussen Faktoren wie die Streckenbeschaffenheit, Wetterbedingungen, der Fahrstil oder auch die Zuladung die Reichweite der jeweiligen Autos.

          „Kein reiner Zweitwagen“

          „Der Ampera-e ist kein Öko-Luxus, kein Spielzeug, kein reiner Zweitwagen“, wird Opel-Chef Karl-Thomas Neumann in der Pressemitteilung zitiert. Der Ampera-e ist 4,17 Meter lang, bietet Platz für fünf Passagiere und hat ein Kofferraumvolumen von 381 Litern. Möglich wird das Raumangebot nach Angaben von Opel durch die Anordnung der zehn Batterie-Module.

          Das Paket befindet sich im Unterboden. Zudem lädt der Ampera-e während der Fahrt seine Batterien auf. Dafür braucht der Fahrer im normalen „Drive“-Modus nur das (Gas-)Pedal zu lupfen. In diesem sogenannten Schiebebetrieb rekuperiert der Ampera-e automatisch, gewinnt dabei über den Elektromotor, der zum Generator wird, Energie zurück. Wechselt der Fahrer in den „Low“-Modus, steigt die Bremswirkung und damit die Rekuperation.

          In einer dritten Stufe kann mit einer Wippe am Lenkrad manuell auf volle Energierückgewinnung geschaltet werden. In diesen Modi ist das Schleppmoment nach Angaben von Opel so hoch, dass im normalen Verkehr nicht einmal mehr auf die Bremse getippt werden muss, um Geschwindigkeit bis zum Stillstand des Fahrzeugs abzubauen.

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