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Neue Kassenbon-Pflicht : „Werft die Bons in den Briefkasten des Finanzamts“

Der nächste Bon in der Bäckerei Kröger’s Brötchen Bild: Helmut Fricke

Seit dem 1. Januar gilt die Bonpflicht. Die Verbände klagen über den bürokratischen Aufwand. Und die Bäcker wehren sich – mit kreativen Methoden.

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          „Und das ist der berühmte Bon?“, fragt der Kunde, der sich gerade ein Brötchen gekauft hat. „Wollen Sie den haben?“, antwortet die Verkäuferin. „Ne, den können Sie behalten“, meint der Kunde. „So geht das schon den ganzen Tag“, schimpft die Verkäuferin bei Kröger’s Brötchen im Frankfurter Nordend. „Total daneben, völlig unnötig“, findet ihre Kollegin die neue Bonpflicht. Eine andere pflichtet bei: „Was bringt das? Niemand versteht das, selbst die Stammkunden sind genervt.“

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Seit dem 1. Januar gilt in Deutschland die Bonpflicht. Einzelhändler müssen nun für jeden Verkaufsvorgang einen Kassenbon auszudrucken. Vor allem die Bäcker regen sich auf, schließlich haben sie viele kleine Transaktionen – und damit nun auch viele kleine Kassenbons. Beschlossen wurde die Regelung schon Ende 2016, unter der Ägide des damaligen Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble (CDU). Drei Jahre interessierte das sogenannte Kassengesetz, das Steuerhinterziehung eindämmen soll, kaum jemanden.

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