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Neue Filmaufnahmen : Radioaktive Altlasten im Ärmelkanal entdeckt

  • Aktualisiert am

Atommüll auf dem Meeresgrund: Wieviel Radioaktivität lagert noch jetzt im Ärmelkanal? Bild: dpa

Ein Filmteam hat im Ärmelkanal Fässer mit radioaktivem Müll entdeckt, die dort vor 50 Jahren entsorgt wurden. Sie seien zum Teil unversehrt. Experten glaubten dagegen bislang, die Fässer hätten sich aufgelöst und die Radioaktivität sei im Meer verteilt.

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          Auf dem Grund des Ärmelkanals soll es radioaktive Altlasten geben. Das berichtet die ARD unter Berufung auf Filmaufnahmen eines Kamerateams des SWR.

          28.500 Fässer mit radioaktivem Atommüll ließen Großbritannien und Belgien in den fünfziger und sechziger Jahren im Unterwassergraben Deep Hurd versenken. Bislang war die Internationale Atomenergiebehörde IAEA davon ausgegangen, dass die Fässer längst weggerostet seien und die Radioaktivität sich im Meer so stark verdünnt habe, dass sie nicht mehr schädlich ist. Die ARD berichtet nun das Gegenteil: Das Kamerateam habe die Fässer mit einem unbemannten U-Boot in großer Tiefe gefilmt. Ergebnis: Zum Teil seien sie durchgerostet, zum Teil aber auch völlig unversehrt.

          In Sichtweite der französischen Küste

          Es ist bekannt, dass die britische und die belgische Regierung in den fünfziger Jahren 17.244 Tonnen schwachradioaktiven Atommüll in den Ärmelkanal kippten. Die Entsorgung auf dem Meeresgrund ist seit den neunziger Jahren verboten, war damals aber gängige Praxis. Die fraglichen Fässer liegen nur wenige Kilometer von der französischen Küste entfernt, nordöstlich der britischen Kanalinsel Alderney. Nach ARD-Angaben enthielten die britischen Fässer zum Zeitpunkt der Versenkung 58 Billionen Bequerel, die belgischen 2,4 Billionen Bequerel Alpha-, Beta- und Gammastrahlung.

          Der Meeresexperte Hartmut Nies von der IAEA sprach sich nach Angaben des Fernsehsenders dafür aus, die Fässer zu bergen: „Wenn ich da keinen hohen Aufwand habe - natürlich rausholen“, empfahl er in einem Interview. Auch die Grünen im Bundestag forderten nach ARD-Angaben die Rückholung der Fässer.

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