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F.A.Z. exklusiv : Deutsche Autobranche fordert aktive Industriepolitik für Klimaschutz

VW-Produktion in Wolfsburg Bild: dpa

Die verschärften EU-Klimaschutzziele können nur mit den Menschen und Unternehmen umgesetzt werden, mahnt der VDA. Volkswagen hat als erster Hersteller reagiert.

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          Nach der Festlegung auf schärfere Klimaschutzziele in der Europäischen Union hat die deutsche Autobranche mehr Bewegung in der Industriepolitik eingefordert, um das Klima zu schützen. „Die Industrie bildet die Basis für den Wohlstand in unserem Land. Europa braucht daher eine aktive Industriepolitik, um die Klimaziele erreichen zu können“, sagte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, der F.A.Z. am Freitag. „Die EU-Klimaziele können nur mit den Menschen und Unternehmen umgesetzt werden, nicht gegen sie.“

          Aktuell entkoppele sich die Politik in Brüssel zunehmend von der Lebensrealität und dem Mobilitätsbedarf der Menschen, sagte Müller weiter. „Wenn Klimaschutz erfolgreich sein soll, müssen wir gemeinsam den Wirtschaftsstandort Europa stärken. Alle, auch die Angestellten in der Verwaltung, leben davon, was die Unternehmen erwirtschaften.“

          Was die Folgen der Entscheidung in Brüssel angeht, müsse die Branche erst prüfen, was die am frühen Freitagmorgen getroffene Einigung auf eine größere Verringerung der Treibhausgasemissionen für sie bedeute. Der Schutz des Klimas sei der Automobilindustrie aber ein wichtiges Anliegen, betonte Müller.

          Der Volkswagen-Konzern bezeichnete die Verschärfung der Klimaziele gegenüber der F.A.Z. als anspruchsvoll, aber umsetzbar. Dafür bedürfe es jedoch entsprechender Rahmenbedingungen. Um die  Transformation weiter zu beschleunigen, seien vor allem ein massiver Ausbau der Ladeinfrastrukur in Europa sowie eine europäische Batteriezell-Produktion vonnöten. Zudem brauche es einen vorgezogenen Kohleausstieg und damit die Ausweitung der erneuerbaren Energien zur Stromversorgung, wie der Konzern mitteilte. Zudem forderte VW eine Erhöhung der CO2-Bepreisung auf rund 100 Euro.

          Nach langen Verhandlungen hatten sich die 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Freitag darauf geeinigt, die Kohlendioxidemissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 55 Prozent im Vergleich zum Referenzjahr 1990 zu reduzieren. Bisher betrug das Minderungsziel 40 Prozent.

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