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Corona-Regeln : „Unternehmer schwanken zwischen Wut und Verzweiflung“

  • Aktualisiert am

Maskenpflicht am Viktualienmarkt in München Bild: dpa

Wirtschaftsverbände halten die neuen Corona-Maßnahmen für existenzgefährdend. Es drohe der Kahlschlag ganzer Branchen. Zehntausende Betriebe würden den Winter wohl nicht überstehen.

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          Die neuen massiven Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus gefährden aus Sicht von Familienunternehmern Jobs in der Wirtschaft. Der Shutdown dürfe nicht zum Knockdown werden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes „Die Familienunternehmer“, Albrecht von der Hagen, der Nachrichtenagentur dpa. „Viele Unternehmer der Hotellerie und Gastronomie schwanken zwischen Wut und Verzweiflung. Wenn der Staat beschließt, dass diese Betriebe geschlossen werden, muss er auch für die wirtschaftlichen Folgen Verantwortung tragen und Entschädigungen zahlen.“ Ansonsten beginnt der Kahlschlag ganzer Branchen.“ Der Entschädigungspassus im Beschluss sei viel zu unpräzise.

          Bund und Länder hatten am Mittwoch die Schließung etwa von Gastronomiebetrieben für den November beschlossen. Für den Einzelhandel gelten Auflagen. Um wirtschaftliche Folgen abzufedern, soll es neue Milliardenhilfen für Betriebe und Selbstständige geben, die im November hohe Umsatzausfälle haben.

          „Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand“

          Von der Hagen sagte, es bestehe ein erhebliches Kontrolldefizit bei den Corona-Schutzmaßnahmen. „Hier muss der Staat nachsteuern und beispielsweise Personalressourcen in den Ministerien und Ämtern umschichten.“ Es geht um die „schwarzen Schafe“ wie etwa Maskenverweigerer, die bis jetzt noch nicht begriffen hätten, was auf dem Spiel stehe – für die Gesundheit der Menschen, aber auch für die Wirtschaft insgesamt und die Jobs, die daran hängen.

          Der Gaststätten- und Hotelverband (Dehoga) forderte eine schnelle und unbürokratische Auszahlung der zugesagten Milliardenhilfen. „Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand, die Verzweiflung wächst“, sagt Dehoga-Chefin Ingrid Hartges den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Donnerstag. Das Verbot aller touristischen Übernachtungen sei faktisch ein Berufsverbot für die ganze Branche. Daher würden viele Unternehmen erwägen, dagegen zu klagen. Durch den zweiten Lockdown werde ein Drittel der 245.000 Betriebe den Winter nicht überstehen, befürchtet Hartges.

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