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Nur 18 Monate Bauzeit : Das Brückenwunder von Genua

Die neu errichtete Brücke über der italienischen Stadt Genua im Juli 2020 Bild: Tobias Piller

Keine zwei Jahre hat Italien gebraucht, um die eingestürzte Autobahnbrücke durch eine neue zu ersetzen. Nicht nur der Ministerpräsident spricht von einem Vorzeigeprojekt. Diese sind in Italien eigentlich Mangelware.

          7 Min.

          Kann aus Genua nach der Katastrophe der eingestürzten Autobahnbrücke doch noch ein Erfolgsmodell für die Zukunft Italiens werden? Genua sei ein Hoffnungsschimmer für das ganze Land, hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte vor wenigen Wochen beim Besuch der Brückenbaustelle gesagt. „Das ist das Bauprojekt eines Italiens, das wieder aufsteht, die Ärmel hochkrempelt und sich nicht unterkriegen lässt.“ Entsprechend patriotische Rhetorik ist bei der Einweihung der wiederaufgebauten Brücke am kommenden Montag zu erwarten. Immerhin ist in Genua gelungen, was niemand den Italienern zugetraut hätte: Die neue Brücke wird kurz vor dem zweiten Jahrestag des Einsturzes, der sich am 14. August 2018 ereignete, für den öffentlichen Verkehr geöffnet.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Die effektive Bauzeit für die 1067 Meter lange Brücke mit 18 Pfeilern von insgesamt 1500 Metern Höhe betrug sogar weniger als 18 Monate. Denn zunächst vergingen Monate mit der Beweissicherung im Auftrag der Staatsanwaltschaft, die den Verantwortlichen für den Einsturz und die 43 Todesopfer den Prozess machen will. Erst am 7. Februar 2019 konnte damit begonnen werden, die alten Brückenreste abzutragen und zu sprengen. Und erst am 22. März 2019 konnte die Baustelle eingerichtet werden.

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