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Zwischen den Fronten : Der Burgfrieden Asiens ist zerstört

  • -Aktualisiert am

Steht nun für die Vermittlerrolle Singapurs: Daren Tang, Generaldirektor der Weltorganisation für geistiges Eigentum Bild: dpa

Die Wahl des neuen Chefs der Weltorganisation für den Schutz geistigen Eigentums ist Sinnbild für die Spannungen in Asien. Singapur will Vermittler bleiben zwischen China und Amerika, doch das wird immer schwieriger.

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          Die Weltorganisation für den Schutz geistigen Eigentums muss man nicht kennen. Und doch ist ihre Führung zum Symbol des tiefgreifenden Konflikts geworden, der die Welt spaltet. Peking wollte in seinem Bestreben, auch auf internationaler Bühne lauter mitzureden, den neuen Mann an der Spitze der WIPO stellen. Ein Winkelzug, hintergeht China doch seit Jahren ebenjenen Schutz geistigen Eigentums ganz bewusst. In der Generalversammlung der 193 Mitgliedsländer aber setzten sich die Amerikaner mit ihrer Front durch. Gewählt wurde Daren Tang, ein in Harvard geschulter Jurist aus Singapur.

          Tang wird damit zum Sinnbild der Rolle des Stadtstaates Singapur. Dieser will und muss Vermittler bleiben zwischen zwei Blöcken, zwischen China und den Vereinigten Staaten. Die Stadt an der Ausfahrt der wichtigsten Seeroute der Welt hat sich mit enormer Kraft zu dem gemacht, was sie heute ist: Logistikdrehscheibe, Finanzplatz und ein Fixpunkt, aus dem Diplomaten und Manager das Geschehen bis tief nach Süd- und Ostasien steuern. Hier werden die meisten Finanzierungen für Chinas umstrittene Neue Seidenstraße zusammengestellt, zugleich aber sind amerikanische Kriegsschiffe willkommen. Nach dem Abzug der Briten machten die Singapurer unter strikter Führung aus ihrer Stadt eine „smart nation“.

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