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Neue Aktien : Deutsche Bank kündigt Kapitalerhöhung an

Die Doppeltürme der Deutschen Bank in Frankfurt Bild: dapd

Die Deutsche Bank will bei ihren Aktionären rund 2,8 Milliarden Euro einsammeln, um die Eigenkapitaldecke zu stärken. Es sollen bis zu 90 Millionen Aktien ausgegeben werden, teilte die Bank überraschend am Montagabend mit.

          Die Deutsche Bank wird ihr Kapital um 2,8 Milliarden Euro erhöhen. Dies teilte das Institut am Montagabend mit. Darüber hinaus zog die Bank die Veröffentlichung ihrer ursprünglich für diesen Dienstag geplanten Quartalszahlen vor. Der Gewinn nach Steuern stieg in den ersten drei Monaten um ein Fünftel auf 1,7 Milliarden Euro. Damit fiel das Ergebnis besser aus, als Analysten zuvor erwartet hatten. Diese hatten einen Nettogewinn unterhalb der im Vorjahreszeitraum erzielten 1,4 Milliarden Euro erwartet.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Aktienkurs stieg am Montag um 1,7 Prozent auf 32,90 Euro. Die Kapitalerhöhung und die Ergebnisse wurden aber erst nach Börsenschluss mitgeteilt.

          In der Kapitalausstattung nun auf Höhe der Wettbewerber

          Mit der am Montag vom Vorstand beschlossenen und vom Aufsichtsrat genehmigten Stärkung des Eigenkapitals zieht die Deutsche Bank in der für Investoren immer wichtigeren Kernkapitalquote an den Wettbewerbern vorbei. Das Kapital galt bislang als Schwäche der Deutschen Bank. Mit dem Ergebnis im ersten Quartal und dem Abbau von Risiken erreicht die Bank nun eine harte Kernkapitalquote von 8,8 Prozent. Diese Kennziffer setzt das harte, bei Verlusten sofort haftende Eigenkapital (Aktien, Gewinnrücklagen) zu den Risikoaktiva (Kredite, Wertpapiere) ins Verhältnis und basiert schon auf den erst ab Anfang 2019 vollständig geltenden Eigenkapitalregeln nach Basel III. Durch die Kapitalerhöhung steigt die Kernkapitalquote der Bank auf 9,5 Prozent. Zum Ende des ersten Quartals kam JP Morgan Chase auf 8,9 Prozent, die Citibank auf 9,3 und Goldman Sachs auf 9,0 Prozent. Die Credit Suisse wies hier eine harte Kernkapitalquote von 8,6 Prozent aus und die britische Barclays von 8,4 Prozent.

          Offenbar wollten die Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen den erfreulichen Verlauf des ersten Quartals nutzen, um das Thema Kapitalausstattung abschließen zu können. „Das vorrangige Ziel ist es, die Bank so zu positionieren, um bei entsprechenden Marktchancen in die Stärkung unseres Geschäfts investieren zu können und langfristigen Wert für unsere Aktionäre zu schaffen“, ließen sich die beiden Vorstandschefs zitieren. Die Kapitalerhöhung erfolgt überraschend, weil die Bank eine Kapitalerhöhung lange Zeit als letztes Mittel im Maßnahmenbündel dargestellt hatte. Aber schon auf der Jahrespressekonferenz Ende Januar war Jain davon abgerückt und schloss eine Kapitalerhöhung nicht mehr völlig aus.

          Das Institut will 90 Millionen neue Aktien aus dem genehmigten Kapital ohne Bezugsrecht ausgeben. Ein öffentliches Angebot findet nicht statt. Die neuen Titel sollen institutionellen Investoren mittels einer Privatplatzierung angeboten werden und sind schon für das Geschäftsjahr 2012 voll dividendenberechtigt. Die Bank wird 0,75 Euro je Anteilsschein ausschütten. Die Zahl der Aktien erhöht sich auf 1,02 Milliarden. Neben der Kapitalerhöhung erwägt der Vorstand in den kommenden zwölf Monaten auch die Begebung nachrangiger Eigenkapitalinstrumente über 2 Milliarden Euro.

          Bislang hat das Institut vor allem über den Abbau von Risikoaktiva Kapital freigesetzt. Seit Juni 2012 hat die Bank Risikoaktiva über 103 Milliarden Euro abgebaut. Im ersten Quartal erzielte das Investmentbanking mit 1,9 Milliarden Euro ein etwas geringeres Ergebnis als im Vorjahreszeitraum. Dagegen verbesserten das Privatkundengeschäft und die Vermögensverwaltung ihre Ergebnisse.

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