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Ab März : Neubauförderung des Bundes wird verringert

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Bauministerin Klara Geywitz kündigte am Mittwoch die Verringerung der staatlichen Förderprogramme für Neubauten an. Bild: dpa

Günstige Kredite, aber keine Zuschüsse mehr soll es für Hausbauer in Zukunft vom Bund geben – wenn die Neubauten hohe Energiestandards erfüllen. Die Immobilienbranche ist von den Plänen der Bauministerin enttäuscht.

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          Trotz des in der Branche erwarteten Rückgangs beim Wohnungsbau will die Bundesregierung die Neubauförderung ab März weiter verringern. Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) kündigte am Mittwoch an, dass es für Privatpersonen und Investoren beim Bau besonders klimafreundlicher Häuser nur noch zinsverbilligte Kredite, aber keine Zuschüsse mehr geben werde. Zuschüsse sollen nur noch kommunale Gebietskörperschaften erhalten, wenn sie Wohnungen, Schulen oder Kindergärten bauen.

          Für das Förderprogramm „Klimafreundlicher Neubau“ stelle der Bund jährlich 750 Millionen Euro zur Verfügung. Ab dem Sommer sollen 350 Millionen Euro zur Wohneigentumsförderung für Familien hinzukommen. Bau- und Immobilienverbände halten die Förderung für zu gering. Das von der Ampel-Regierung ausgegebene Ziel von 400.000 neuen Wohnungen jährlich sei damit nicht erreichbar.

          Finanziert werden die insgesamt 1,1 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds. Die Förderung gibt es, wenn Bauten mit dem sehr hohen Energieeffizienzstandard EH-40 errichtet werden. „Wir geben ein Programm aus, was vor allen Dingen durch eine Zinsverbilligung Wirkung zeitigen soll“, sagte Geywitz. „Und ergänzt wird das Ganze dann im Sommer durch eine Förderung von Familien mit einem geringen Einkommen, die sich zum Beispiel ein Haus bauen wollen.“ Angesichts der gestiegenen Zinsen treibe viele Bauherren die Finanzierung um. Ein zinsverbilligter Kredit sei dann eine große Stütze.

          Förderprogramm löse dramatische Probleme nicht

          Geywitz ist erst seit Jahresanfang für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zuständig, die bisher im Klima- und Wirtschaftsministerium angesiedelt war. Das bisherige Förderprogramm sah auch Tilgungszuschüsse an Privatpersonen von bis zu 6000 Euro vor. Das Programm läuft Ende Februar aus.

          Immobilien- und Wohnungsbauverbände zeigten sich enttäuscht. „Diese 750 Millionen Euro lösen die dramatischen Probleme nicht ansatzweise, und die Folgen der weiteren Verzögerungen eines großen Aufschlags kosten später einmal viel mehr Geld“, erklärte der Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses, Andreas Mattner.

          Der GdW-Spitzenverband der Wohnungswirtschaft erklärte: „Mit dieser Förderung werden wir es auch 2024 nicht schaffen, 400.000 Wohnungen zu bauen.“ Das Volumen und die ausschließliche Ausrichtung auf den EH-40-Standard seien „nicht geeignet, um angesichts explodierender Preise beim bezahlbaren Wohnungsbau etwas zu bewirken“.

          Die Baubranche verzeichnet einen deutlichen Rückgang im Wohnungsbau. „Die bittere Wahrheit ist: Der Wohnungsmarkt ist eingebrochen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, zu Zahlen des Statistikamtes, dass der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im November insgesamt um 5,6 Prozent gesunken sei im Vergleich zum Vormonat. Stark steigende Preise, höhere Kreditkosten und Materialengpässe machen der Branche zu schaffen.

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