https://www.faz.net/-gqe-8p1vo

Zukunftsmesse in Las Vegas : „Was einmal Science-Fiction war, wird nun Realität“

Jen-Hsun Huang ist Gründer und Chef von Nvidia. Bild: Reuters

Der Chef des amerikanischen Unternehmens Nvidia ist einer der großen Stars in Las Vegas. Gerade den Deutschen dürfte gefallen, mit wem er so alles zusammenarbeitet.

          Die Eröffnungs-„Keynote“ ist der prominenteste Rednerplatz, den die Elektronikmesse CES zu vergeben hat. Lange Zeit war sie für Bill Gates reserviert, den Mitgründer des Softwarekonzerns Microsoft, und in den vergangenen Jahren wurde sie von Vertretern von Technologiegiganten wie Samsung oder Intel bestritten.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Besetzung der diesjährigen Eröffnungsrede im Ballsaal des Venetian-Hotels mag daher auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär erscheinen. Der Auftritt gehörte Jen-Hsun Huang, dem Mitgründer und Vorstandsvorsitzenden von Nvidia, einem in der breiten Öffentlichkeit nicht allzu bekannten Halbleiteranbieter aus dem kalifornischen Silicon Valley.

          Eigentümer ist jetzt Milliardär

          Nvidia hat sich vor allem mit Grafikkarten einen Namen gemacht, die aufwendige Videospiele ermöglichen, zielt somit also auf ein sehr spezifisches Publikum. Aber in jüngster Zeit hat das Unternehmen eine bemerkenswerte Transformation erlebt und ist mit seinen Produkten in einigen der zukunftsträchtigsten Gebieten der Technologiebranche vertreten, von künstlicher Intelligenz und selbstfahrenden Autos über Cloud Computing bis zu virtueller Realität.

          Dieser Wandel hat Nvidia zum Börsenliebling gemacht. Über Jahre hinweg hat sich der Aktienkurs des Chipspezialisten nicht allzu sehr bewegt, aber im vergangenen Jahr 2016 hat er sich auf einmal mehr als verdreifacht. Kein anderes Unternehmen aus dem Börsenindex S&P 500 hat im vergangenen Jahr auch nur annähernd so gut abgeschnitten.

          Der Kurssprung hat Huang dank seines eigenen Anteils an Nvidia zum Milliardär gemacht. Es ist der Lohn dafür, dass Nvidia zuletzt regelmäßig glänzende Ergebnisse vorgelegt hat. Allein für sein jüngstes Berichtsquartal meldete das Unternehmen einen Umsatzsprung von mehr als 50 Prozent.

          Huangs Rede am Mittwoch drehte sich vor allem um künstliche Intelligenz, den wohl größten Trendbegriff der diesjährigen CES. Damit ist gemeint, dass Computer in die Lage versetzt werden, selbst dazuzulernen und sich auch Dinge beizubringen, die bislang nur Menschen können. „Was einmal Science-Fiction war, wird in den kommenden Jahren Realität“, sagte Huang.

          Künstliche Intelligenz ist zum Beispiel ein wesentlicher Baustein in der Entwicklung selbstfahrender Autos, und dies war ein Schwerpunkt in der Rede des Nvidia-Chefs. Huang gab dabei eine ganze Reihe von Partnerschaften mit prominenten Vertretern der deutschen Autobranche bekannt und lieferte somit ein ermutigendes Signal, dass die deutsche Industrie auf dem Gebiet an vorderster Front mitmischt.

          Zusammen mit dem Autohersteller Audi will Nvidia zum Beispiel ein hoch automatisiertes Fahrzeug entwickeln, das im Jahr 2020 auf den Straßen unterwegs sein soll. Das Bündnis kündigte Huang mit Scott Keogh an, dem Amerika-Chef von Audi. Nvidia kooperiert schon seit zehn Jahren mit den Ingolstädtern auf anderen Feldern, etwa Infotainment-Systemen oder Technologien für teilautonomes Fahren.

          Zusammen mit Bosch und ZF

          Huang gab außerdem Allianzen mit den beiden deutschen Autozulieferern Robert Bosch und ZF Friedrichshafen bekannt, die bei der Entwicklung automatisierter Fahrsysteme auf Technologie von Nvidia zurückgreifen wollen. „Bosch beliefert jeden einzelnen Autohersteller der Welt“, schwärmte Huang. Jenseits dieser deutschen Unternehmen arbeitet Nvidia schon mit einer Reihe anderer bekannter Adressen aus der Autoindustrie an autonomen Systemen, darunter mit dem Elektroautohersteller Tesla.

          Weitere Themen

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Nach langem Anlauf fusioniert Video-Seite öffnen

          T-Mobile US und Sprint : Nach langem Anlauf fusioniert

          Ein Zusammenschluss der Nummer drei und Nummer vier des amerikanischen Mobilfunkmarktes war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert. Jetzt steht nur noch das Justizministerium als einzige Hürde im Weg.

          Topmeldungen

          Der russische Präsident Wladimir Putin und Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, geben sich während einer gemeinsamen Pressekonferenz in Moskau die Hand.

          Nach Ibiza-Video : Orbán und Putin wenden sich von Strache ab

          In seinem Ibiza-Video hat Heinz-Christian Strache den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als sein Vorbild bezeichnet. Doch der hat sich nun von Österreichs ehemaligem Vizekanzler distanziert. Auch Putin wendet sich von Strache ab.
          Klimastreik in Turin.

          Klimanotstand : Höllisch, wie das jetzt knallt

          Klimawandel war gestern, heute ist Notstand. Den haben wir zwar nicht den Jungen zu verdanken, aber die schlachten ihn jetzt schwungvoll aus und drängen die Politik in die Ecke. Eine Glosse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.