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Windows Phone 7 : Microsoft meldet sich zurück

  • -Aktualisiert am

Windows 7 soll Microsoft wieder nach vorn bringen Bild: REUTERS

Der Softwarehersteller Microsoft wagt mit einem neuen Handy-Betriebssystem einen abermaligen Anlauf im Mobilfunkmarkt. Mit Windows Phone 7 will Microsoft-Chef Ballmer einen strategischen Schwenk von den Geschäftskunden auf die Endverbraucher vollziehen.

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          Der Softwarehersteller Microsoft wagt mit einem neuen Handy-Betriebssystem einen abermaligen Anlauf im Mobilfunkmarkt. Microsoft-Chef Steve Ballmer kündigte auf der Mobilfunkmesse in Barcelona das Betriebssystem Windows Phone 7 an und vollzieht damit einen strategischen Schwenk von den Geschäftskunden auf die Endverbraucherseite.

          Bisher hatte Microsoft einen Schwerpunkt auf mobile Varianten seines Bürosoftwarepaketes Office gelegt. „Mit Windows Phone 7 startet Microsoft eine komplett neue Generation mobiler Betriebssysteme“, sagte Ballmer. Bezogen auf den guten Start des Betriebssystem Windows 7 für Personal-Computer sagte Ballmer: „Ich hoffe, die 7 ist unsere Glückszahl“.

          Microsoft verknüpft seine Angebote

          Gerüchte, Microsoft werde ebenso wie Google ein eigenes Gerät auf den Markt bringen, bestätigten sich nicht. Statt dessen arbeitet Microsoft eng mit Hardwareherstellern wie Qualcomm, HTC, Samsung, Dell, Hewlett-Packard und Sony-Ericsson zusammen, die relativ strenge Vorgaben von Microsoft für die Geräte bekommen, die allerdings erst im Weihnachtsgeschäft 2010 auf den Markt kommen sollen. Bis dahin wird Microsoft voraussichtlich im hart umkämpften Markt der Hochleistungshandys (Samrtphones) weiter an Boden gegen die Konkurrenten wie Apple, Google oder Nokia verlieren. Das bisherige System Windows Mobile 6.5 hatte bereits in den vergangenen Monaten kräftig Marktanteile verloren, weil es nicht mehr konkurrenzfähig war.

          Microsoft wagt mal wieder einen Neustart

          Microsoft verknüpft sein neues Betriebssystem eng mit anderen Angeboten des Hauses. Dazu gehören die Spielekonsole Xbox, der Musik- und Videodienst Zune und der Suchmaschine Bing. Zum Beispiel zeigt Bing lokalisierte Suchergebnisse an, wenn der Handy-Nutzer seinen Standort mitgeteilt hat, sagte Microsoft-Entwickler Joe Belfiore in Barcelona.

          Die Oberfläche des neuen Betriebssystems ist in sechs sogenannte Hubs (Menschen, Bilder, Office, Musik & Video, Games und Marktplatz) aufgeteilt. In der Kategorie „Menschen“ sollen zum Beispiel E-Mails, Statusmeldungen von Facebook oder Nachrichten aus dem Microsoft-Dienst Windows-Live zusammengefasst werden. Damit diese Funktionen funktionieren, sei das „Windows Phone direkt mit der Cloud verbunden“, sagte Ballmer. Die Cloud bezeichnet große Rechenzentren, die denen die Daten der Nutzer gespeichert werden, so dass sie unterwegs überall darauf zugreifen können. Für die Synchronisation der Daten ist daher auch kein Personalcomputer mehr nötig.

          Ballmer will stärker mit Netzbetreiber zusammenarbeiten

          Ballmer versuchte auch demonstrativ, die Netzbetreiber als Teil des Systems zurück ins Boot zu holen. Partner wie AT&T, die Deutsche Telekom oder Vodafone sollen nach Ballmers Worten die Möglichkeit haben, die Vorzüge ihrer Netze in die Produkte einfließen zu lassen. Dies ist als Seitenhieb auf die Strategien von Apple und Google zu verstehen, die immer größere Teile der Wertschöpfung an sich ziehen und den Netzbetreibern immer wenig übrig lassen.

          Im Gegensatz zu Google oder Nokia verschenkt Microsoft sein Betriebssystem aber nicht. „Wir sagen klar, wie hoch der Preis ist“, sagte Ballmer.

          „Software ist das Fundament der Informationstechnik“, sagte Ballmer. Für Microsoft gehe der Weg darin, die drei Bildschirme – Handy, Personal-Computer und Fernseher – nahtlos miteinander zu verschmelzen.

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