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Windows 10 präsentiert : Microsoft überrascht mit Computerbrille

Microsofts Alex Kipman präsentiert die neue Computerbrille „Hololens“. Bild: AFP

Der Softwarekonzern will die Enttäuschung von Windows 8 wettmachen und die jüngste Version seines Betriebssystems kostenlos abgeben. Für die große Überraschung sorgt Microsoft aber mit „Hololens.“

          Als der Softwarekonzern Microsoft Windows 8 herausbrachte, die aktuelle Version seines Betriebssystems, hieß der Vorstandsvorsitzende noch Steve Ballmer. Heute steht Satya Nadella an der Spitze, dem nun die Aufgabe zufällt, mit der Neuauflage dieses für Microsoft noch immer sehr wichtigen Produkts zu überzeugen und damit die Enttäuschung über Windows 8 vergessen zu machen. Am Mittwoch stellte Microsoft die neue Version Windows 10 vor, die in diesem Jahr auf den Markt kommen soll, und Nadella hat dafür große Ambitionen. Wie er auf einer Veranstaltung am Firmensitz im Redmond sagte, wolle Microsoft die Menschen dazu bringen, Windows nicht nur zu brauchen, sondern zu „lieben“.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Und so zeigte Microsoft nicht nur die Software an sich, sondern hatte als Knalleffekt auch neue Hardware, die mit Windows 10 integriert werden soll. Microsoft präsentierte die Computerbrille „Hololens“, die zum Beispiel für das Design von Objekten oder für Videospiele gut sein soll. Das Gerät erinnert an Oculus, die Videobrille des gleichnamigen Herstellers, der im vergangenen Jahr vom sozialen Netzwerk Facebook gekauft wurde. Während es Oculus erlaubt, in virtuelle Welten einzutauchen („virtual reality“), soll Hololens offenbar eher ein Vehikel für die sogenannte „augmented reality“ sein, bei der das reelle Umfeld mit digitalen Bildern angereichert wird. Microsofts Vorstoß mit Hololens kommt nur wenige Tage nach der Ankündigung des Internetkonzerns Google, den Verkauf seiner Computerbrille Glass vorerst einzustellen.

          Microsoft zeigte am Mittwoch außerdem einen Großbildschirm mit dem Namen „Surface Hub“, der offenbar für den Einsatz im Büro gedacht ist, zum Beispiel für Videokonferenzen.

          Mit Windows 10 geht Microsoft in mehrfacher Hinsicht neue Wege. Anders als gewohnt soll das Programm für Nutzer aktueller Generationen ein Jahr lang kostenlos verfügbar sein soll. Windows 10 ist konzipiert, um mit verschiedenen Geräten wie Personalcomputern, Tabletcomputern und Smartphones arbeiten zu können. Das Programm bringt unter anderem das Startmenü zurück, dessen Fehlen bei Windows 8 von vielen Nutzern beklagt wurde.

          Allgemein lehnt sich Windows 10 wieder stärker an ältere Versionen des Betriebssystems an, während Windows 8 einen radikal neuen Weg beschritten hatte. So brachte Windows 8 eine drastisch veränderte Benutzeroberfläche mit bunten Kacheln, die jeweils für bestimmte Programme und Funktionen stehen und sich fortlaufend aktualisieren können. Zwar ist einen Wechsel von diesen Kacheln zum gewohnten Desktop-Modus möglich, aber viele Nutzer fanden dies verwirrend. Bei Windows 10 tritt dieses Kacheldesign als Teil des zurückgebrachten Startmenüs in den Hintergrund.

          Microsoft präsentierte am Mittwoch außerdem einen neuen Browser für Windows 10, der den Codenamen „Project Spartan“ trägt. Der Konzern kündigte außerdem an, dass es die bisher auf mobilen Geräten verfügbare digitale Assistenzfunktion Cortana, das Microsoft-Gegenstück zu Apples Siri, künftig auch auf Personalcomputern geben soll.

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