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Neues Betriebssystem : Warum Microsoft Windows 10 verschenkt

  • Aktualisiert am

Microsoft-Chef Satya Nadella bei der Windows-10-Vorstellung Bild: AP

Der Softwarehersteller Microsoft will sein neues Betriebssystem im ersten Jahr kostenlos verteilen. Für diesen Schritt gibt es mehrere Gründe.

          2 Min.

          Es war eine klassische Maßnahme zur Absatzförderung: Ein halbes Jahr lang bot der amerikanische Softwarekonzern Microsoft im Jahr 2012 Kunden an, auf sein damals noch gar nicht veröffentlichtes neues Betriebssystem Windows 8 umzusteigen, sobald dieses verfügbar war. Einzige Voraussetzung: Die Kunden mussten im Aktionszeitraum einen neuen Computer mit dem Windows-8-Vorgängerprodukt Windows 7 kaufen. Kostenpunkt für die Programmerneuerung für deutsche Nutzer: 14,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

          Als Microsoft nun am Mittwoch sein neues Betriebssystem Windows 10 vorstellte, kündigte es auch wieder ein „Upgrade“ für bestehende Kunden an. Doch diesmal war alles anders: keine Bedingungen, aber vor allem keine zusätzlichen Kosten. Im ersten Jahr nach der Einführung von Windows 10 verschenkt Microsoft sein neues Betriebssystem an Kunden, die die Vorgängerversionen Windows 7, Windows 8.1 und Windows Phone 8.1 auf Computern oder internetfähigen Mobiltelefonen installiert haben. Man zeige auch mit diesem Schritt seinen Wunsch, die Beziehung zu den Kunden neu zu definieren, teilte Microsoft-Manager Terry Myerson in einem Blogpost im Internet mit.

          Interessanter für App-Entwickler

          Es gibt mehrere Gründe dafür, warum Microsoft nun sein Betriebssystem zumindest für einen begrenzten Zeitraum kostenlos anbietet. Erst einmal hat das Unternehmen damit schon Erfahrung. Im April vergangenen Jahres hatte der Softwarehersteller angekündigt, sein aktuelles Betriebssystem kostenlos für Hersteller von Tabletrechnern und Smartphones verfügbar zu machen. Bis dahin wurde geschätzt, dass die Produzenten für die Nutzung des Betriebssystems eine Lizenzgebühr von bis zu 15 Dollar bezahlen müssen, und zwar je Gerät. Hintergrund für diesen Schritt war, dass das Handy-Betriebssystem von Microsoft weit abgeschlagen hinter den Konkurrenten Android von Google und iOS von Apple liegt, was die Nutzerzahlen betrifft.

          Direkt damit zusammen hängt der zweite Grund für das zunächst kostenlose Betriebssystem: Es macht die neue Programmplattform Windows 10 und ihre neuen Funktionen interessanter für Hersteller von Zusatzprogrammen, sogenannten Apps. Je mehr Menschen das neue Betriebssystem herunterladen, desto attraktiver wird es für App-Entwickler. Das Kalkül: Womöglich entsteht so ein sich selbst verstärkender Kreislauf. Denn je mehr Apps es auf Windows gibt, desto interessanter wird das Betriebssystem für Konsumenten.

          Ein dritter Grund liegt dagegen in einer Verschiebung der Geschäftsmodelle von Softwareherstellern. Nicht nur bei Computerspieleherstellern ist das englische Kofferwort „Freemium“ der Begriff der Stunde. Es setzt sich zusammen aus den beiden Wörtern „free“ sowie „premium“. Dahinter steht die Idee, die Grundversion einer Software erst einmal kostenlos anzubieten und dann für Zusatzdienstleistungen oder sogenannte digitale Güter Geld zu verlangen. Auch damit hat Microsoft inzwischen Erfahrung. Vor kurzem hat das Unternehmen seine Bürosoftware Office in einer Grundversion für das Tablet iPad und die Smartphones iPhones von Apple bereitgestellt. Wer aber den vollen Funktionsumfang der Programme nutzen will, muss dafür zahlen.

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