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Volkswagen, Opel & Co. : Viele Autos lassen sich von Dieben öffnen

  • Aktualisiert am

Besonders Volkswagen-Autos sollen für den Schlüssel-Hack anfällig sein. Bild: dpa

Wissenschaftler haben offenbar Sicherheitslücken in den Autoschlüsseln vieler Hersteller entdeckt. 100 Millionen Wagen auf der ganzen Welt sollen betroffen sein. Potentiell.

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          Der Schlüssel als Diebstahlhelfer: Forscher haben offenbar Sicherheitslücken in den per Funk funktionierenden Schlüsseln vieler Autohersteller ausgemacht.

          Kriminelle könnten deren Verschlüsselung teils ganz einfach knacken und so etwa Türen und Kofferraum öffnen oder die Alarmanlage deaktivieren. Besonders betroffen sei Volkswagen. Die Studie soll heute auf einer Fachkonferenz in Austin vorgestellt werden.

          Nach ersten Schätzungen könnten auf der ganzen Welt rund 100 Millionen Autos betroffen sein, sagte Forscher Timo Kasper. Er und seine Kollegen hätten die Funkfunktion zur Türöffnung von 15 Marken überwinden können, darunter seien Modelle von Opel, Ford und Fiat. Der

          Manchmal geht's ganz schnell

          Ein Autoschlüssel sendet auf Knopfdruck ein Signal an den Wagen. Dort wird es entschlüsselt und der Befehl wird ausgeführt.

          Die Forscher fingen nun die Funksignale ab und reproduzierten sie. Im Falle von Volkswagen-Modellen genügte dem Bericht zufolge ein einziger Mitschnitt des Signals; bei Modellen etwa von Opel, Citroën, Fiat, Ford, Mitsubishi oder Nissan mussten die Forscher demnach mindestens vier unterschiedliche Funksignale des Originalschlüssels abfangen - die Hersteller nutzen alle einen Chip des niederländischen Herstellers NXP mit derselben Verschlüsselungstechnik.

          Diebe „hacken“ Frequenz : Überwachungskamera filmt Autodiebstahl

          Im Falle von Volkswagen gehe die Sicherheitslücke auf einen „Designfehler“ zurück. Der Konzern habe in den vergangenen 21 Jahren nur etwa eine Handvoll unterschiedlicher Verschlüsselungen in die Autoschlüssel einprogrammiert. Volkswagen erklärte dazu, die Untersuchungen zeigten, „dass die Sicherheitssysteme der bis zu 15 Jahre alten Fahrzeuge nicht das gleiche Sicherheitsniveau aufweisen wie beispielsweise unsere aktuellen Fahrzeuge“.

          Die Sicherheitslücke zu beheben ist schwierig, weil die Chips fest in den Autoschlüsseln verbaut sind. Forscher Timo Kaspers rät Autobesitzern deswegen: „Sicher lässt sich das Kopieren des Funksignals nur vermeiden, wenn man das Auto am Türschloss mit dem Schlüssel aufschließt und auf die Funkfernbedienung komplett verzichtet.“

          Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erklärte umgehend, für die Leistung der Versicherung mache es grundsätzlich keinen Unterschied, wie schnell oder einfach ein Auto geknackt wurde. Wie oft bei Autodiebstählen Funksignale manipuliert wurden, geht aus den Statistiken der Versicherungswirtschaft demnach nicht hervor. Im Jahr 2014 wurden laut Verband insgesamt 17.895 versicherte Pkw gestohlen, rein rechnerisch passiert so ein Diebstahl also alle 30 Minuten.

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