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Videospiele : Das Spiel um die Milliarden

  • -Aktualisiert am

Kultstatus: Playstation 2 Bild: picture-alliance / dpa

Eine neue Konsolengeneration soll der Videospielbranche eine Umsatzverdopplung bringen. Auch die Spiele für Handys und Rollenspiele im Internet finden immer mehr Anhänger.

          7 Min.

          Sie heißen „Need for Speed“, „Halo“ oder „Half Life 2“ - und sie bringen die Augen vieler Millionen meist junger Menschen zum Leuchten: Videospiele für Computer, Spielekonsolen und Handys sind Wachstumstreiber der Unterhaltungsindustrie.

          Bis zu 30 Milliarden Dollar Umsatz wird die Branche in diesem Jahr erwirtschaften - und der nächste Schub steht schon kurz bevor: Die nächste Generation der Spielekonsolen kommt bald auf den Markt. Microsoft wird die X-Box 360 schon zum Weihnachtsgeschäft in die Läden bringen. Im kommenden Jahr werden dann Marktführer Sony seine Playstation 3 und Nintendo die Konsole Revolution auf den Markt bringen. Die tragbare Playstation von Sony wird erstmals im September in Deutschland verkauft.

          Nachholbedarf in Deutschland

          Neue Konsolen lösen einen Quantensprung in der Branche aus, meint Jens Uwe Intat, Zentraleuropachef des weltgrößten Spieleherstellers Electronic Arts: „Wir gehen davon aus, daß sich der Markt mit der kommenden Konsolengeneration in den nächsten fünf Jahren noch einmal verdoppeln wird“, sagt Intat.

          Bild: F.A.Z.

          Während in Amerika und Japan Sättigungstendenzen zu sehen sind, hat Deutschland Nachholbedarf: „Die Zahl der Konsolen je Haushalt ist hier immer noch vergleichsweise gering. In den Vereinigten Staaten haben etwa 20 bis 25 Prozent der Haushalte Konsolen, in Europa sind es im Durchschnitt 15 bis 17 Prozent, in Deutschland aber nur rund 10 Prozent“, sagt Intat. Das Interesse ist groß: Mehr als 100.000 Besucher strömten schon im vergangenen Jahr zur Messe Games Convention nach Leipzig. In diesem Jahr werden noch mehr Besucher erwartet.

          Der deutsche Markt ist in den vergangenen beiden Jahren zwar gewachsen, aber nicht so schnell wie der Rest Europas. „Deutschland hinkt hinterher. Wir sind nur noch die Nummer drei in Europa - hinter Großbritannien und Frankreich“, sagt Wolfgang Ebert vom japanischen Spielehersteller Konami. Trotzdem ist der deutsche Markt lukrativ: Rund 480 Millionen Euro haben die Deutschen im vergangenen Jahr für Computerspiele und mehr als 640 Millionen Euro für Konsolenspiele ausgegeben, gibt der Verband für Unterhaltungssoftware (VUD) an. Für die Konsolen haben die Verbraucher im vergangenen Jahr weitere 350 Millionen Euro gezahlt.

          Deutsche Unternehmen schwach

          Allerdings fließen die Umsätze fast ausschließlich Unternehmen aus Amerika und Japan zu: Sony, Microsoft und Nintendo dominieren den Konsolenmarkt und haben überdies eine starke Stellung im Spielegeschäft. Die reinen Spielehersteller wie Electronic Arts, Take 2 oder Activision kommen entweder aus den Vereinigten Staaten oder wie Sega Sammy oder Konami aus Japan. Aus Europa können bisher nur französische Unternehmen wie Ubisoft, Infogrames oder Vivendi in der Königsklasse mitspielen. „Deutschland ist ganz schwach in diesem Markt“, sagt Ebert. Spieleentwickler wie Koch Media sind die Ausnahme.

          Während das Geschäft mit Computerspielen kleine, aber stabile Zuwächse in Deutschland zeigt, folgt das Konsolengeschäft einem festen Zyklus: „Ungefähr alle fünf Jahre kommen neue Konsolen auf den Markt. Die Menschen kaufen am Ende eines Konsolenzyklus weniger Spiele je installiertes Gerät. Beim Übergang von der ersten auf die zweite Sony-Playstation war dieser Rückgang aber weit stärker als jetzt vom Übergang von der zweiten auf die dritte Generation. Noch immer werden viele Konsolen und Spiele verkauft“, sagte Intat.

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