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Unternehmen : Milliarden-Investitionen in künstliche Intelligenz

Google-Chef Sundar Pichai während der Entwicklerkonferenz I/O in San Francisco im Mai. Bild: Reuters

Der Google-Chef bezeichnet seinen Konzern mittlerweile als „AI-first“-Unternehmen. Wie viel Geld nicht nur er darauf setzt, zeigt diese neue Untersuchung.

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          Wie wichtig künstliche Intelligenz (KI) für den amerikanischen Technologiekonzern Google ist, macht der Vorstandsvorsitzende Sundar Pichai mittlerweile auch öffentlich glasklar. Er beschreibt Google als „AI-first“-Unternehmen („KI zuerst“), zum Beispiel sagte er das gerade erst auf großer Bühne während der stets mit viel Spannung verfolgten Entwicklerkonferenz I/O in San Francisco.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Und Google ist nicht das einzige große Unternehmen, das mit viel Geld auf Fortschritt in dieser Technik setzt. Zumal große Konzerne geben viele Milliarden Dollar aus, um in Sachen KI voranzukommen. Im vergangenen Jahr investierten sie insgesamt zwischen 20 und 30 Milliarden Dollar entsprechend, haben Fachleute der Unternehmensberatung McKinsey in einer neuen Untersuchung errechnet, die FAZ.NET vorliegt. Unter den analysierten Unternehmen sind neben Google Apple und Amazon in den Vereinigten Staaten oder Baidu und Alibaba in China.

          Eine Umwälzung vergleichbar der Elektrizität

          Die Fachleute haben dafür die Geschäftsberichte unter die Lupe genommen. Die kalkulierte Bandbreite ergibt sich aus teils verschiedenen Möglichkeiten, Ausgaben für Forschung und Entwicklung genau dem Bereich der künstlichen Intelligenz und seiner Abgrenzung zuzuordnen. Aus Deutschland sind die Konzerne Siemens, BMW, SAP und Volkswagen Teil der Untersuchung. Für kleine aufstrebende Firmen kommen die McKinsey-Experten auf weitere KI-Investitionen zwischen 6 und 9 Milliarden Dollar für das Jahr 2016 – macht in der Summe mit den Konzernen also beinahe bis zu 40 Milliarden Dollar.

          Zugleich ergab eine Umfrage im Rahmen dieser Untersuchung, dass außerhalb der Technologiebranche künstliche Intelligenz als Technik vielfach erst in geringem Umfang oder in einem experimentellen Stadium verwendet wird. Von 3000 Managern in zehn verschiedenen Ländern (Vereinigte Staaten, Deutschland, China, Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweden, Japan, Kanada und Südkorea) erklärte nur jeder fünfte, er verwende mit künstlicher Intelligenz zusammenhänge Technik in beträchtlichem Umfang oder als Kernelement seines Geschäftes.

          „Wir stehen in der Entwicklung der künstlichen Intelligenz noch am Anfang. Doch die großen Digitalunternehmen haben mittlerweile massiv in diese Technologien investiert“, sagte Peter Breuer, der sich für McKinsey mit der Thematik beschäftigt.

          Gleichwohl lässt sich die gestiegene Hoffnung auf künstliche Intelligenz auch klar am Investitionsverhalten der vergangenen Jahre zeigen, ergibt die McKinsey-Untersuchung. Alleine die Mittel, die Wagniskapitalgeber und private Beteiligungsgesellschaften in KI gesteckt haben im vergangenen Jahr, sind demnach drei Mal so hoch wie noch drei Jahre zuvor.

          Die Zuversicht der Investoren gründet dabei auf Fortschritten in der Programmierung schlauer Computer, den mittlerweile riesigen Datenmengen und der gestiegenen Rechnerleistung. Fachleute erwarten, dass sich im Grunde alle Branchen damit auseinandersetzen müssen. Andrew Ng, einer der führenden KI-Fachleute auf der Welt, vergleicht die Veränderungen, die künstliche Intelligenz hervorrufen werde, beispielsweise mit den Umwälzungen durch die Elektrizität vor hundert Jahren.

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