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Unterhaltung : Videospiele überholen Musik und Filme

  • -Aktualisiert am

Vor allem spricht Nintendo auch „Nichtspieler” an Bild: AP

Erstmals haben die Deutschen für Videospiele mehr Geld ausgegeben als für Musik oder Filme. Das hat die Spielebranche vor allem Nintendo zu verdanken. Nun soll Wii Fit auch die Sportmuffel aus dem Sessel bringen.

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          Knapp 1,4 Milliarden Euro haben die Deutschen im vergangenen Jahr für Computer- und Videospiele ausgegeben - so viel wie nie zuvor und erstmals sogar mehr als für Musik oder Filme. „In diesem Jahr werden Spiele ihren Vorsprung ausbauen“, sagte Bernd Fakesch, Deutschland-Geschäftsführer des japanischen Spieleherstellers Nintendo, dieser Zeitung.

          Er muss es wissen. Denn den Zuwachs um 21 Prozent im vergangenen Jahr hat die Spielebranche vor allem seinem Unternehmen zu verdanken. „Nintendo hat im vergangenen Jahr rund 1,8 Millionen Mal seine mobile Konsole Nintendo DS und 700000 Wii-Konsolen verkauft“, sagte Fakesch. Damit hat Nintendo sowohl im Markt der stationären Konsolen, in dem das Unternehmen mit seiner Konsole Wii mit Sonys Playstation 3 und Microsofts Xbox 360 konkurriert, als auch mit der mobilen Konsole DS die Wettbewerber deklassiert und wird es in diesem Jahr wohl nochmals tun.

          Nintendo DS ist treibende Plattform

          Dabei hat die ganze Branche vor ein paar Jahren keinen Pfifferling mehr auf Nintendo gegeben. Über die Ankündigung, künftig mit neuen Spielkonzepten statt Hochleistungstechnik zu punkten, wurde in der Branche nur milde gelächelt. Damals galten möglichst schnelle Prozessoren und ausgeklügelte Grafiken als Erfolgsgaranten in der jungen, meist männlichen Zielgruppe. Doch der Markt hat sich gedreht. Gefragt sind heute vorwiegend Gelegenheitsspiele für Mädchen und Spieler jenseits der 35. Spiele wie „Dr. Kawashimas Gehirnjogging“ führen die Verkaufslisten an.

          Trotzdem macht Nintendo mit der günstigeren Wii das Geschäft
          Trotzdem macht Nintendo mit der günstigeren Wii das Geschäft : Bild: AP

          Viele Kunden seien mit Gehirnjogging eingestiegen und kauften jetzt weitere Spiele - wie die Trainingsspiele für die Augen, für Mathematik oder Englisch. „2007 wurden erstmals mehr Spiele für die Nintendo DS verkauft als für die Playstation 2. Das heißt: Die Nintendo DS ist jetzt die treibende Spielplattform“, sagte Fakesch. Zwei Drittel aller 3,7 Millionen verkauften Geräte stammten 2007 von Nintendo. Jede zweite Konsole war eine DS. In den Jahren zuvor war Sony mit der zweiten Generation seiner Playstation das Maß aller Dinge auf dem Spielemarkt.

          Wii Fit soll Sportmuffel ansprechen

          Jetzt legen die Japaner nach und bringen Wii Fit auf den Markt. Das Gerät sieht aus wie eine Waage, ist aber mit Sensoren vollgestopft, um die Bewegungen der Spieler zu erfassen. Das Board ersetzt das Steuerungsgerät, das die Bewegungen der Spieler bei der normalen Wii erfasst. „Wir wollen die Sportmuffel ansprechen, die das Wohnzimmer nicht verlassen möchten, um Sport zu treiben. Wir sehen Wii Fit als persönlichen Trainer, der Menschen über das Videospiel hinaus interessieren wird. Die Menschen können Yoga-Übungen machen, ihre Muskeln trainieren oder Gleichgewichtsübungen absolvieren“, sagte Fakesch.

          In Japan hat Nintendo seit dem Verkaufsbeginn im Dezember nach Angaben von Marktforschern schon zwei Millionen Exemplare verkauft - oft an Frauen, die bisher kein Interesse an Videospielen gezeigt haben. „Das wird den Markt noch einmal erweitern. In Japan haben wir gesehen, dass Wii Fit für viele Menschen der Grund ist, sich überhaupt eine Wii zuzulegen“, sagte Fakesch.

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