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Unsichere Smartphones : So schützen Sie Ihre Mails

  • -Aktualisiert am

Der Feind zapft an: Viele Smartphones sind keine guten Geheimnishüter Bild: AP

Die Bundesregierung hat Blackberry und iPhone verbannt, weil die Geräte zu unsicher sind. Privatnutzer sollten sich ebenfalls gegen Datendiebe und Geheimdienste wappnen. Abhilfe gegen die Späher gibt es im Internet - sogar umsonst.

          Das kann peinlich werden: Wer eine E-Mail bekommt, die gleichzeitig an einen zweiten Empfänger geschickt wurde, sollte nicht beiden gleichzeitig antworten. Das ist schnell passiert. Man regt sich über einen Kollegen auf, der es dann eine Minute später selbst lesen darf, oder blamiert sich vor Geschäftskunden. Doch auch normale Mails kann nicht nur der Empfänger lesen – ein Problem, dessen sich viele Internetnutzer nicht bewusst sind. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat den Regierungsbeamten empfohlen, keine Blackberrys und iPhones zu benutzen – sie sind zu unsicher.

          Der Inhalt einer einfachen E-Mail ist so schlecht gesichert wie der einer Postkarte: „Private Mails kann jeder mitlesen, der Interesse an ihrem Inhalt und ein wenig technisches Verständnis hat“, sagt der Datenschutzexperte Hartmut Pohl von der Gesellschaft für Informatik. Das kann ein Nachbar sein, ein Konkurrent oder auch der Geheimdienst. Denn eine E-Mail wird über mehrere Schnittstellen geschickt – unabhängig davon, ob sie von einem Computer oder einem internetfähigen Telefon, einem Smartphone, kommt. Jede Schnittstelle bietet eine potentielle Sicherheitslücke.

          Der Wunsch nach ständiger Erreichbarkeit macht laxer

          Konzerne und Behörden wissen das und schützen die Kommunikation ihrer Mitarbeiter so gut sie können. Denn ein Smartphone hat fast jede Führungskraft. Und auch die politischen Spitzenkräfte simsen und mailen die ganze Zeit. Den ganzen Tag erreichbar zu sein gilt als Selbstverständlichkeit. Doch der Umgang mit sensiblen Daten ist dadurch laxer geworden. Denn eine E-Mail mit brisantem Anhang ist schneller verschickt, als früher ein Treffen hinter verschlossenen Türen anberaumt wurde. Studien zufolge beziffert sich der durchschnittliche wirtschaftliche Schaden bei einer Datenpanne auf 2,5 Millionen Euro.

          Davor warnt Datenschutzexperte Pohl: „Wenn sensible Geschäftsdaten wie Übernahmeangebote per Mail verschickt werden, kann man davon ausgehen, dass sie jemand liest, für den sie nicht bestimmt sind.“ Die Mail gelangt zunächst an den Zentralrechner des Unternehmens oder des E-Mail-Anbieters, wie etwa Hotmail. Diesen ersten Übertragungsweg kann man mit dem sogenannten SSL-Protokoll verschlüsseln. Bei Gmail funktioniert das automatisch, bei Outlook kann man es manuell aktivieren. Mit Hilfe eines virtuellen privaten Netzes (VPN) lässt sich die Kommunikation über den Firmenrechner verschlüsseln. Hierbei strömen alle Daten durch einen virtuellen Tunnel innerhalb des Internets, der von außen nur schwer durchdrungen werden kann.

          Technik, an der sich selbst Geheimdienste die Zähne ausbeißen

          Doch für Experten sind auch die zu knacken: Beide Techniken lassen sich mit einem „man in the middle“-Angriff überlisten. Ein Hacker täuscht vor, der jeweils andere Kommunikationspartner zu sein, und kann auf diese Weise den Datenstrom einsehen. Ein wirksamer Schutz dagegen sind digitale Zertifikate, die den Server und die dazugehörigen Empfangsgeräte eindeutig identifizieren. Diese sollten vor jeder Dienstreise nachgeprüft werden, rät Frank Rosengart vom Chaos Computer Club.

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