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Union und SPD beschließen : Milliarden für den Breitbandausbau

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Ein Glasfaser-Kabel für die Breitband-Versorgung von Dörfern. Bild: dpa

Bis 2018 soll Deutschland flächendeckend mit Breitband-Internet ausgestattet sein: Dafür wollen Union und SPD Milliarden ausgeben. Schon nächstes Jahr sollen viele Haushalte angeschlossen sein.

          Union und SPD streben einen massiven Ausbau der Breitbandverbindungen an. Die Koalitionsarbeitsgruppe Wirtschaft hat sich nach Angaben von Teilnehmern auf einen ehrgeizigen Ausbau auch in ländlichen Gebieten geeinigt. Dazu soll der Bund jährlich eine Milliarde Euro mehr zur Verfügung stellen. Der CDU-Politiker Mike Mohring bestätigte die Absprache. „Darüber sind wir uns mit der SPD in der Arbeitsgruppe bereits einig“, sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Thüringen, der der Arbeitsgruppe angehört, am Sonntag zu Reuters. Die Vorschläge der Arbeitsgruppe Wirtschaft sollen am Dienstag in der großen Koalitionsrunde diskutiert werden.

          Eine große Koalition soll nach dem Willen der Wirtschaftspolitiker von Union und SPD sicherstellen, dass bis 2014 mindestens 75 Prozent aller Haushalte in Deutschland einen Internetanschluss mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit/Sekunde haben. Bis 2018 soll es eine flächendeckende Abdeckung geben. Es dürfe keine digitale Spaltung zwischen Stadt und Land geben.

          Neben privaten Investitionen, der massiven Aufstockung der Bundesförderung und einer vereinfachten EU-Förderung soll es zudem ein neues Sonderfinanzierungsprogramm „Premiumförderung Netzausbau“ bei der staatlichen Förderbank KfW geben. Zudem soll ein „Breitband-Bürgerfonds“ aufgelegt werden, bei dem Privatpersonen den Ausbau mit entsprechenden Renditen für ihre Geldanlage unterstützen können. Ähnliche Ideen gibt es bereits für den Ausbau der Stromtrassen.

          „Daseinsvorsorge im EU-Binnenmarkt“

          Der Breitbandausbau soll zudem als sogenannte Daseinsvorsorge im EU-Binnenmarkt betrachtet werden, bei dem gerade kommunale und regionale Betriebe von bestimmten wettbewerbsrechtlichen Regeln ausgenommen werden. Diese Sonderbehandlung für den Breitbandausbau in ländlichen Gebieten hatte vergangene Woche bereits der bayerische Finanzminister Markus Söder gefordert. Union und SPD haben sich in der großen Koalitionsrunde schon für einen generellen Ausbau des Schutzes kommunaler Unternehmen ausgesprochen.

          Ausdrücklich bekennen sich Union und SPD zur sogenannten Netzneutralität. Diese bedeutet, dass Telekommunikationsfirmen wie die Deutsche Telekom nicht unterschiedliche Verbindungsstandards zu unterschiedlichen Preisen einführen dürfen. Die Europäische Union sieht das teils anders.

          Ziel der großen Koalition soll jetzt werden, dass die Netzneutralität als Regulierungsziel im Telekommunikations-Gesetz „verbindlich“ geregelt und definiert wird. Die Bundesnetzagentur soll zur Überwachung dieser Regeln neue Kompetenzen erhalten.

          Union und SPD fordern zudem, dass das Telekommunikations-Gesetz zu einem „Internet-Gesetzbuch“ ausgebaut wird. Darin sollen dann auch Fragen wie der Verbraucherschutz und die Sicherheit im Internet Eingang finden.

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