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Uber und Didi : Der 35-Milliarden-Dollar-Fahrdienst

Der chinesische Uber-Konkurrent Didi und Uber gehen nun zusammen - eigentlich ein Eingeständnis der Amerikaner. Bild: Bloomberg

Uber und Didi Chuxing haben sich einen ruinösen Preiskampf geliefert. Jetzt kapitulieren die Amerikaner. Nicht nur dort stoßen sie an Grenzen.

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          Der Fahrdienstvermittler Uber schließt seine chinesische Tochtergesellschaft mit dem größeren Rivalen Didi Chuxing zusammen, damit beenden die beiden Unternehmen ihren teuren Wettkampf um Kunden und Fahrer in China.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Wie Didi Chuxing mitteilt, überschreibt Uber seine Marke, sein komplettes Geschäft und seine bislang gesammelten Daten an seinen Konkurrenten, dafür bekommt Uber knapp 17,7 Prozent der Anteile des neu entstehenden Unternehmens. Die anderen Aktionäre von Uber China, wozu etwa die große chinesische Suchmaschine Baidu gehört, teilen sich 2,3 Prozent der Anteile auf, Uber hält durch einen Aktientausch somit insgesamt ein Fünftel der Anteile an Didi.

          1,4 Milliarden Chinesen

          Bislang bekämpften sich die beiden Fahrdienstvermittler in einem Milliardenmarkt, nun entsteht aus der Nummer eins und zwei in China ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund 35 Milliarden Dollar. Didi Chuxing wurde jüngst mit 28 Milliarden Dollar bewertet, die von Uber unabhängige Gesellschaft Uber China zuletzt mit sieben Milliarden. Travis Kalanick, der Vorstandsvorsitzende von Uber, rückt in den Vorstand von Didi auf, dessen Gründer Cheng Wie steigt in gleicher Funktion bei Uber ein.

          China war für Travis Kalanick immer ein besonders wichtiger Markt. Normalerweise setzte Kalanick für seine Landesgesellschaften eigene Chefs ein, in China blieb er selbst an der Spitze. „Als wir hier anfingen, hielten uns die meisten für verrückt“, sagte Kalanick Anfang des Jahres auf einer Konferenz in Beijing. „Vielleicht sind wir es immer noch.“ Kalanick soll im vergangenen Jahr einen von fünf Tagen in China verbracht haben. „Travis war am Erfolg von Uber in China mehr interessiert als an jedem anderen Land“, sagte Allen Penn, der für Uber das Asiengeschäft verantwortet, noch vor einigen Wochen der „Financial Times“.

          Der Markt ist riesig: Fast die Hälfte der 1,4 Milliarden Einwohner von China sind in einem erwerbsfähigen Alter, vier von fünf Chinesen haben laut einer Umfrage von FT Confidential Research unter 1000 Teilnehmern angegeben, schon einmal über eine Smartphone-App ein Auto bestellt zu haben. Dabei geben sie im Durchschnitt 181 Yuan oder rund 25 Euro für Uber oder Didi aus.

          Apple und Didi

          Uber-Vorstandsvorsitzender Travis Kalanick gab am Montag zu, dass das Bündnis mit Didi ein Stück weit eine Kapitulation war. Als Unternehmer dürfe man nicht nur seinem Herzen folgen, sondern müsse auch auf seinen Kopf hören, schrieb er in einem Blog-Eintrag. Sowohl Uber als auch Didi investierten Milliardenbeträge in den Markt, ohne bislang profitabel geworden zu sein. Im Wettbewerb um Kunden und Fahrer haben die beiden Unternehmen Milliarden für Werbung ausgegeben.

          Restriktionen auf dem chinesischen Markt erschweren das Geschäft: Uber arbeitet mit dem Kartensystem Maps von Google, das in China gesperrt ist. Um die Abhängigkeit von anderen Kartendiensten zu verringern, investiert Uber nun verstärkt in eigene Kartendienste, wie das Unternehmen vor einigen Tagen mitgeteilt hat. Der Kampf der Fahrdienstvermittler in China war immer auch ein Kampf der Kartenanbieter; so hatte zuletzt Apple 1 Milliarde Dollar in Didi investiert.

          Der Wettbewerb war jedoch bislang für beide Unternehmen hart, Didi soll nur in rund der Hälfte der 400 Städte in denen die App vertreten ist, profitabel sein. Kalanick hat schon in der Vergangenheit zugegeben, dass sein Unternehmen in China eine Milliarde Dollar Verlust im Jahr macht. In vielen anderen Ländern arbeitet Uber nach seinen Worten dagegen mit Gewinn.

          Der Fahrdienst ist derzeit in insgesamt 68 Ländern der Welt vertreten. Freilich ist China nicht der einzige Markt, der Uber Sorgen gemacht hat. In Deutschland kommt der Fahrdienst nicht annähernd so schnell voran, wie er sich das ursprünglich erhofft hat. Eine Reihe von Gerichtsentscheidungen hat dafür gesorgt, dass Uber seine Aktivitäten hierzulande erheblich zurückgeschraubt hat.

          Uber-Investoren dürften erleichtert über die Kooperation mit Didi sein. Amerikanische Medien hatten in den vergangenen Wochen berichtet, dass die Geldgeber den Fahrdienst dazu gedrängt haben, sich mit den Chinesen zu verbünden und damit den kostspieligen Preiskampf in dem Land zu beenden. Die nun vereinbarte Transaktion dürfte auch ein Hindernis für einen möglichen Börsengang von Uber aus dem Weg räumen. Ubers Premiere an der Wall Street wird mit Spannung erwartet, wobei Kalanick oft gesagt hat, er wolle diesen Schritt so lange wie möglich hinauszögern.

          Uber folgt mit der jetzt angekündigten Vereinbarung einer Reihe von anderen amerikanischen Technologiekonzernen, die ihre einstigen Ambitionen auf dem chinesischen Markt wieder zurückgeschraubt haben. Der Internetkonzern Google hat seine Aktivitäten in China im Jahr 2010 weitgehend eingestellt. Das Unternehmen war zuvor zum Ziel eines Hacking-Angriffs geworden und hatte China dafür verantwortlich gemacht. Yahoo gab sein China-Geschäft im Jahr 2005 an das einheimische Unternehmen Alibaba ab. Im Gegenzug bekam Yahoo einen Anteil an Alibaba, der sich später als extrem wertvoll herausgestellt hat. Selbst der Elektronikkonzern Apple, für den China bis vor kurzem noch ein Wachstumsmotor war, hat hier mittlerweile Schwierigkeiten. Die chinesische Regierung hat einige Online-Dienste von Apple gesperrt, und die Umsätze des Konzerns in dem Land sind zuletzt deutlich gefallen.

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