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Streit über Einreisestopp : Uber lässt Konflikt mit Trump eskalieren

Dreht ein großes Rad: Uber-Chef Travis Kalanick. Bild: Reuters

Uber-Chef Travis Kalanick verlässt ein Beratungsgremium für den amerikanischen Präsidenten. Und eine Gruppe von Technologieunternehmen bereitet einen Offenen Brief vor.

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          Die Differenzen zwischen der amerikanischen Technologiebranche und Donald Trump wegen des von ihm verhängten Einreisestopps eskalieren: Travis Kalanick, der Vorstandsvorsitzende des Fahrdienstes Uber, will ein Beratungsgremium für den amerikanischen Präsidenten verlassen. Kalanick schrieb in einer internen Nachricht an seine Belegschaft, er habe mit Trump über das Verbot gesprochen und ihn wissen lassen, dass er für das Gremium nicht zur Verfügung stehe. „An der Gruppe teilzunehmen, war nicht als Unterstützung des Präsidenten und seiner Agenda gedacht, aber leider ist es genau so interpretiert worden.“

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Kalanick ist sowohl von Mitarbeitern als auch von Kunden kritisiert worden, nachdem er einen Sitz in dem Gremium angenommen hat. Die Gruppe will sich am Freitag mit Trump treffen. Kalanick hatte zu Beginn der Woche getwittert, er wolle bei der Besprechung seine Bedenken gegen das Einreiseverbot vorbringen. Zu dem Gremium gehört aus der Technologiebranche auch Elon Musk, der Vorstandsvorsitzende des Elektroautoherstellers Tesla.

          Offener Brief von Apple und Co.

          Am Donnerstag berichteten amerikanische Medien außerdem, dass Unternehmen wie Apple, Alphabet, Facebook und Uber an einem Offenen Brief an Trump arbeiten, in dem sie sich gegen das Verbot aussprechen wollen. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ sind auch Unternehmen aus anderen Branchen in das Vorhaben eingebunden, wobei bislang noch nicht klar sei, wer alles unterzeichnen werde.

          In einem Entwurf des Briefes, aus dem das Online-Portal „Recode“ zitierte, steht: „Wir teilen Ihr Ziel, sicherzustellen, dass unser Einwanderungssystem den heutigen Sicherheitsanforderungen entspricht und die Sicherheit unseres Landes gewährleistet. Aber wir sind besorgt, dass Ihr jüngstes Dekret viele Visa-Inhaber betrifft, die hier in den Vereinigten Staaten hart arbeiten und zum Erfolg unseres Landes beitragen.“

          Kritik auch von Arconic-Chef Kleinfeld

          Das von Trump am vergangenen Freitag unterzeichnete Dekret verbietet Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern vorläufig die Einreise in die Vereinigten Staaten. Top-Manager von Technologieunternehmen haben sich besonders kritisch über den Erlass geäußert, aber auch viele Führungskräfte aus anderen Branchen haben sich mittlerweile dagegen ausgesprochen.

          Kritik am Einreisestopp und auch an den von Trump vertretenen Positionen zum Freihandel äußert zumindest in indirekter Form auch Klaus Kleinfeld, der aus Deutschland kommende Vorstandsvorsitzende des Metallkomponentenherstellers Arconic. „Ich habe mich immer für offene Grenzen und offenen Handel eingesetzt“, sagte Kleinfeld der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Das Unternehmen tue alles, was es könne, um Mitarbeitern zu helfen, die von dem Einreisestopp betroffen sind. Kleinfeld sagte weiter: „Meine größte Sorge während der Finanzkrise war ein Wiedererstarken des Protektionismus.“ Kein Entwicklungshilfeprogramm habe so viel Wohlstand geschaffen wie die Globalisierung. Kleinfeld gehört einem anderen Beratungsgremium von Trump an, das sich auf Fragen der verarbeitenden Industrie konzentriert. Er war in der vergangenen Woche mit einer Gruppe anderer Manager zu einem Treffen mit Trump im Weißen Haus.

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