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Trotz Trump : Twitter tritt auf der Stelle

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Twitter tut sich schwer, neue Nutzer zu gewinnen. Bild: dpa

Trotz täglichen Aufreger-Tweets von Donald Trump: Kurznachrichtendienst Twitter hat seinen Umsatz nur leicht steigern können. Schuld ist auch die starke Konkurrenz.

          Der Kurznachrichtendienst Twitter bekommt die Konkurrenz von Angeboten wie Snapchat oder Instagram deutlich zu spüren. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz so gering wie nie seit dem Börsengang im Jahr 2013, wie das kalifornische Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Mit dem Plus von einem Prozent auf 717 Millionen Dollar wurden zudem die Erwartungen der Analysten verfehlt. Sie hatten im Schnitt mit 740 Millionen gerechnet.

          Dagegen lag die Zahl der aktiven Nutzer mit 319 Millionen im Monat in etwa im Rahmen der Erwartungen. Dies entspricht einem Plus von vier Prozent. Vielleicht am überraschendsten: In den Vereinigten Staaten gab es gar keinen Zuwachs, es blieben unverändert 67 Millionen Nutzer. Und das, obwohl Donald Trump den Dienst praktisch täglich nutzt, um Anhängern und Gegnern seine Ansichten mitzuteilen. Im dritten Quartal hatte Twitter noch mehr Nutzer dazugewonnen: Vier Millionen weltweit und davon eine Million in den Vereinigten Staaten.

          Twitter-Chef Jack Dorsey erklärte, das Unternehmen werde sich für den Umsatz genauso ins Zeug legen wie bisher schon für das Nutzerwachstum. „Das dauert, aber wir beeilen uns, um Ergebnisse vorlegen zu können.“ Investoren zeigten sich davon wenig beeindruckt: Die Aktie stürzte im vorbörslichen Handel um zehn Prozent ab.

          Twitter

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          „Wenn der Trump-Effekt kein Wachstum der Nutzerzahlen bringt, was kann es dann?“, kommentierte Analyst Michael Pachter von Wedbush Securities die Zahlen am Donnerstag. Sein Kollege Richard Kramer von Arete Research vermutet sogar, dass Trump schlecht für das Twitter-Geschäft sein könnte. Seine Tweets sorgten möglicherweise für so viele Konflikte, dass sie Werbekunden abschreckten, sagte er im amerikanischen Sender CNBC. Die Werbeeinnahmen - Twitters wichtigste Geldquelle - sanken im Jahresvergleich leicht von 641 auf 638 Millionen Dollar. Dabei ist das Weihnachtsgeschäft traditionell ein gutes Quartal für Werbung im Internet.

          Der Kurznachrichtendienst kämpft schon seit längerem mit verlangsamtem Wachstum und roten Zahlen. Twitter-Chef Jack Dorsey will den Dienst stärker auf aktuelle News und Videoinhalte ausrichten. Zuletzt seien rund 600 Stunden Live-Video über den Dienst übertragen worden, hieß es. Allerdings sah sich mit 31 Millionen Nutzern nur rund jeder Zehnte etwas davon an.

          Der Rivale Facebook, der Twitter etwa mit dem Fotodienst Instagram direkte Konkurrenz macht, hatte seine Quartalszahlen bereits Anfang Februar vorgelegt. Er konnte den Umsatz im abgelaufenen Quartal um mehr als 50 Prozent steigern und will kräftig in Videoangebote investieren.

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