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Telekommunikation : T-Online darf mit der Telekom verschmelzen

  • Aktualisiert am

Ende eines Rechtsstreits: Die Telekom kann ihre Tochter wieder eingliedern Bild: dpa/dpaweb

T-Online sieht den Weg für seine Verschmelzung auf die Muttergesellschaft Deutsche Telekom frei. Der Bundesgerichtshof habe Rechtsbeschwerden gegen die vorzeitige Freigabe der Fusion verworfen.

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          Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die Rechtsbeschwerden einiger Aktionäre gegen die Verschmelzung der Internet-Zugangsdienstes T-Online auf die Deutsche Telekom als unzulässig verworfen. Damit darf die Telekom ihre Tochtergesellschaft, die sie im Jahr 2000 an die Börse gebracht hat, wieder in den Konzern eingliedern. Die Verschmelzung wird mit dem nun freistehenden Eintrag in das Handelsregister wirksam, teilte T-Online adhoc mit.

          Vorteile auf dem DSL-Markt erhofft

          „Wir begrüßen die Entscheidung des Bundesgerichtshofes. Das Wirksamwerden der Verschmelzung wird uns erlauben, die Synergien der Verschmelzung noch im laufenden Geschäftsjahr so umfassend wie möglich zu realisieren und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern“, sagte Rainer Beaujean, Vorstandsvorsitzender von T-Online. Die Telekom erhofft sich von der Eingliederung Synergieeffekte von knapp 750 Millionen Euro und bessere Chancen auf dem hart umkämpften Markt für schnelle DSL-Internetanschlüsse, auf dem T-Online zuletzt Anteile an die Konkurrenz verloren hatte. Telekom und T-Online können nun Bündelangebote aus Internet und Telefon aus einer Hand anbieten. Außerdem kann T-Online als integrierte Gesellschaft Vorleistungen der Telekom wohl günstiger einkaufen als bisher und sich auf diese Weise Wettbewerbsvorteile verschaffen.

          Aus 27 Euro wurden 9 Euro

          Dem Richterspruch waren monatelange Auseinandersetzungen zwischen T-Online und einigen Aktionären vorausgegangen. Die Telekom hatte die T-Online-Aktien für 27 Euro an die Börse gebracht, aber weder beim Rückkauf noch beim Umtausch in Telekom-Aktien mehr als 9 Euro als Gegenwert angeboten. Kleinaktionäre und Investmentfonds hatten daraufhin gegen die Verschmelzung geklagt. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte im Februar die Verschmelzung in einer Eilentscheidung zwar genehmigt, aber eine Beschwerde beim Bundesgerichtshof zugelassen. Wie von Fachleuten erwartet, hat der Bundesgerichtshof diese Beschwerden nun verworfen (F.A.Z. vom 5. Mai.).

          Juristisches Nachspiel noch nicht beendet

          Allerdings ist das juristische Nachspiel der Verschmelzungsentscheidung damit noch nicht beendet. Aktionäre fechten weiterhin den Beschluß der T-Online-Hauptversammlung im Jahr 2005 an, um mehr Geld für ihre T-Online-Aktien zu erhalten. Der Aktienrechtler Theodor Baums hatte dem T-Online-Management in einem Gutachten vorgeworfen, den Aktienkurs bewußt heruntergeredet zu haben, um die Verschmelzung möglichst günstig zu erreichen. Endgültige Entscheidungen über diese Anfechtungsklagen können noch einige Jahre auf sich warten lassen. Die Verschmelzung der beiden Unternehmen ist davon aber nicht mehr berührt.

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