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Telekommunikation : Nokia Siemens will fast 3000 Stellen in Deutschland streichen

  • Aktualisiert am

Simon Beresford-Wylie hat schlechte Nachrichten Bild: Matzke

Kaum gestartet sorgt der neue Telefonnetz-Anbieter Nokia Siemens Networks für Unruhe unter den Arbeitnehmern: Weltweit will das deutsch-finnische Joint-Venture 9000 von bisher 60.000 Stellen abbauen.

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          Einen Monat nach dem Start der Netzwerk-Kooperation von Nokia und Siemens hat das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks einen massiven Stellenabbau angekündigt. In Deutschland sollen bis 2010 demnach 2800 bis 2900 der insgesamt 13.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Auch Finnland ist stark betroffen. Hier sollen 1500 bis 1700 von 10.000 Arbeitsplätzen wegfallen.

          Weltweit will Nokia Siemens Networks 9000 von bisher 60.000 Stellen abbauen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Helsinki ankündigte. Vor allem Deutschland liegt damit deutlich über der vom Unternehmen bereits angekündigten Abbauquote von zehn bis 15 Prozent des Beschäftigtenstandes.

          „Notwendigkeit zur Konkurrenzfähigkeit“

          Als Grund für die Stellenstreichungen nannte Konzernchef Simon Beresford-Wylie die „Notwendigkeit zur Konkurrenzfähigkeit auch in der Zukunft“. Hauptsitz des Unternehmens, das vor allem die Infrastruktur wie Antennen und Kabel sowohl für Fest- als auch Mobilfunknetze anbietet, ist die finnische Hauptstadt Helsinki. Drei der fünf Geschäftseinheiten wurden am Siemens-Stammsitz in München angesiedelt.

          Finnland und Deutschland sollten trotz allem „vorrangige Beschäftigungszentren“ bleiben, sagte Beresford-Wylie. Weiter hieß es, dass unter den deutschen und finnischen Beschäftigten „weitere Anpassungen“ mit Blick auf einen „Transfer zu anderen Geschäftspartnern“ ins Auge gefasst würden.

          Über die Sparten, die von den Streichungen betroffen sein werden, machte das Unternehmen keine Angaben. Finnlands größte Tageszeitung „Helsingin Sanomat“ hatte dazu am Vortag berichtet, dass 40 Prozent der Stellenstreichungen bei Forschung und Entwicklung sowie 30 Prozent beim Verkauf und Servicefunktionen geplant seien.

          Drittgrößtes Unternehmen der Branche

          Der Münchener Technologiekonzern Siemens und die finnische Nokia hatten sich im vergangenen Jahr darauf geeinigt, ihr Geschäft mit Telefon-Netzwerken zusammenzulegen. Das Joint Venture war aber erst Anfang April 2007 gestartet. Zuvor war der Start wegen des Schmiergeldskandals bei Siemens um drei Monate verschoben worden.

          An dem eigens dafür gegründeten Gemeinschaftsunternehmen sind beide Unternehmen jeweils zur Hälfte beteiligt. Durch die Fusion entstand das weltweit drittgrößte Unternehmen der Branche nach Ericsson und Lucent/Alcatel. Nokia und Siemens wollten vor allem durch die Zusammenlegung ihrer Entwicklungsteams auf dem umkämpften Markt für Telefon- und Mobilfunknetze besser bestehen können. Die Unternehmen hatten schon im Sommer vergangenen Jahres von einer „Anpassung“ der insgesamt rund 60.000 Arbeitsplätze um 10 bis 15 Prozent gesprochen.

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