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Telekommunikation : Nokia schickt die Technologieaktien auf Talfahrt

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Der Handy-Hersteller hat die Börsen am Dienstag auf Talfahrt geschickt: Der Umsatz hat im ersten Quartal unter den Erwartungen gelegen. Handy- und Multimedia-Absatz enttäuschten.

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          Der Handy-Hersteller hat die Börsen am Dienstag auf Talfahrt geschickt: Der Umsatz habe im ersten Quartal des Jahres mit 6,6 Milliarden Euro um 2 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen, teilte das Unternehmen in Helsinki mit.

          Zuvor hatte Nokia noch einen Umsatzanstieg von 3 bis 7 Prozent in Aussicht gestellt. Der Gewinn liege mit 17 Cent je Aktie am unteren Rand der eigenen Schätzung, die 17 bis 19 Cent je Aktie betragen hatte. Nach Bekanntgabe der Zahlen fiel der Nokia-Aktienkurs um rund 16,5 Prozent auf 14,6 Euro.

          Die deutschen Technologiewerte haben ihre Talfahrt am Dienstag nach der überraschend schlechten Quartalsschätzung beschleunigt. "Die Nokia-Zahlen waren ganz klar eine Enttäuschung. Kaum einer hatte mit einer so negativen Nachricht gerechnet", sagte ein Händler. Die Aktie des Halbleiterherstellers Infineon brach im Tagesverlauf um rund 5 Prozent auf ein Tagestief von 12,27 Euro ein. SAP fielen um 3 Prozent auf 133,22 Euro, Siemens um fast 3 Prozent auf 61,30 Euro.

          Umsätze unter den Erwartungen

          Die Umsätze der Sparten Mobiltelefone und Multimedia lagen unter den Erwartungen, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz der Mobilfunk-Sparte sei in Europa und Asien gefallen, da die Zahl der abgesetzten Geräte gesunken sei. Zudem habe sich Nokias Produktspektrum weiter in Richtung der günstigen Einsteigerhandys verschoben. Diese Entwicklung drücke auch auf die Gewinnmarge in der Handysparte. Während der gesamte Handy-Markt im ersten Quartal um 25 Prozent zugelegt habe, sei Nokia nur um 19 Prozent gewachsen.

          Die Sparte, die sich mit Mobilfunk-Anwendungen für Unternehmen beschäftigt, werde Ergebnisse leicht über den bisherigen Prognosen erreichen. Eine positive Entwicklung zeigte auch die Netzwerksparte. Der Umsatz sei um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Die positive Entwicklung half den Aktien von Ericsson und Alcatel, deren Hauptgeschäft im Netzwerkgeschäft tätig sind.

          Saisonaler Aufschwung ohne Nokia

          "Natürlich sind wir mit unserer Umsatzentwicklung im ersten Quartal nicht zufrieden. Aber wir haben wiederum eine gute, solide Profitabilität erreicht", sagte der Nokia-Vorstandsvorsitzende Jorma Ollila. "Die Nokia-Umsätze wurden negativ beeinflußt, weil wir am üblichen saisonalen Aufschwung im März nicht voll teilnehmen konnten", sagte Ollila zur Erklärung.

          Dennoch sei die Umstellung auf die neue Unternehmensstruktur richtig gewesen. "Obwohl wir gerade die langfristigen Vorteile der neuen Struktur sehen, werden unsere kurzfristigen Reaktionen und Effektivität eingeschränkt", sagte Ollila.

          Konkurrenz aus China und Rußland macht sich bemerkbar

          Die schwachen Ergebnisse in der Handy- und Multimedia-Sparte hatten sich bereits angedeutet. Im vergangenen Jahr hatte Nokia erstmals seit langer Zeit Marktanteile verloren. Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Gartner sank der Nokia-Anteil am Weltmarkt von 35,1 im Jahr 2002 auf 34,7 Prozent im vergangenen Jahr.

          Nach Ansicht des Gartner-Analysten Ben Wood ist der Rückgang unter anderem auf die scharfe Konkurrenz auf den Wachstumsmärkten wie Indien, China oder Rußland zurückzuführen. Dort haben die asiatischen Anbieter und Siemens mit aggressiven Preisen Marktanteile gewonnen.

          Auch in der Multimedia-Sparte hatte Nokia bereits Schwierigkeiten eingeräumt. Der Absatz der Spielekonsole N-Gage habe unter den Erwartungen gelegen, hatte Ollila im Februar zugegeben. Daraufhin hatte Nokia seine Strategie in diesem Marktsegment geändert: Der Preis für die Konsole wurde ebenso gesenkt wie das technische Niveau der Spiele. "Wir haben viel Druck von Jorma bekommen", sagte Nokia-Manager Mats Winblad gegenüber dieser Zeitung.

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